zurückbrachte. Mit andern Worten, wenn der Ehrwürdige Lehrmeister Mann eine Dhamma-Rede hielt, so schien es beinahe so, als ob er es aus sich selbst hervorbringen würde, damit es andere sehen konnten. Sobald er geendet hatte, schien es, als würde er es wieder dorthin zurückbringen, wo es hergekommen war -in sein eigenes Herz. Ihm zuzuhören gab uns das Gefühl, als würden wir schweben und auf Wolken gehen. Sobald er aber endete, wurden wir zu einem Haufen Blinder, die nach dem Weg tasteten und ihn nicht finden konnten. Unsicher waren wir über dieses und jenes, im Glauben, dies sei gut und jenes am besten. Wir ergriffen sowohl die Hülse als auch das Reiskorn und befassten uns sowohl mit allem möglichen Unwesentlichen als auch mit den wesentlichen Dingen, was zu nichts Wertvollem führte. Man könnte auch einfach nur sein Schicksal hingenommen haben, um es dabei zu belassen.
Am Fuße eines Baumes leben (rukkhamula)
Der Ehrwürdige Lehrmeister Mann sagte, dass dies ihm immer bemerkenswerte Ergebnisse gebracht habe. Er liebte es daher, an solchen Orten zu verweilen, und wurde dessen niemals müde. Verweilt man an Orten ohne Dach und Wände oder andere Dinge, die vor Gefahren schützen, so muss sich das citta fürchten und unsicher fühlen. Dies ist vor allem nachts der Fall und wenn jemand ganz besonders ängstlich ist, so erblickt er in allem, was er sieht, Tiger. Daher sollte jemand, der sehr ängstlich ist, sich bei Tageslicht merken, wo alle Büsche um seinen Aufenthaltsort herum verteilt sind, damit er sie nachts erkennen kann und weiß, was sie sind. Andernfalls werden die Büsche in seiner Vorstellung zu Tigern, die ihn die ganze Nacht in die Irre führen, sodass er kaum in der Lage sein wird, zu schlafen oder Meditation zu praktizieren.
Wer am Fuße eines Baumes lebt, ist weit umsichtiger und vorsichtiger als jemand, der sich in einem geschlossenen Raum aufhält, sowohl was die mit seinen täglichen Verrichtungen verbundenen körperlichen Bewegungen als auch was das Liegen und Schlafen sowie sein samadhi betrifft. Daher ist es wahrscheinlich, dass sich sein citta entwickelt und schneller Fortschritte erzielt, trotz der Tatsache, dass keinerlei Druck auf ihn ausgeübt wird und ihn niemand dazu zwingt. Im Gegenteil, jeder Bhikkhu, der sich entscheidet, nach einer Methode des Trainings und der Selbstdisziplinierung zu suchen, nimmt dies freiwillig auf sich.
Manchmal, wenn ein Bhikkhu unter seinem Moskitonetz und im Schatten eines Baumes sitzend samadhi praktiziert, schleicht sich ein Tiger an ihn heran, um ihn sich anzusehen und ihn zu beschnuppern. Einige kommen vielleicht ganz dicht an den Ort heran, wo sich der Mönch aufhält, aber sobald sie erkannt haben, dass es sich hier um einen Menschen handelt, ziehen sie sich schnell zurück und entfernen sich, um niemals
169 Angemessene und rechte Handlungen
wiederzukommen. Möglicherweise kommt ein Tiger ganz nahe heran, weil er nicht weiß, was da ist, und weil er so etwas noch nie gesehen hat. Es gibt aber Tiger, die über ungewöhnliche verborgene Eigenschaften zu verfügen scheinen, die sie sehr misstrauisch machen. Dies zeigte sich an dem Erlebnis eines Bhikkhus, der nachts seine Gehmeditation durchführte, ohne eine Laterne angezündet zu haben, denn es schlich sich ein Tiger bis auf zwei Meter Entfernung an das Ende des Meditationspfades heran, kauerte sich nieder, um den Mönch zu beobachten, und entfernte sich nicht. Dann hörte der Bhikkhu ein leises Geräusch, das er nicht einordnen konnte. Daraufhin leuchtete er mit einer Taschenlampe in die Richtung, aus der das Geräusch gekommen war, und sah diesen Tiger, der sofort davonsprang und danach nie wieder kam. In diesem Falle handelte es sich um einen großen gestreiften Tiger, etwa so groß wie ein Rennpferd. Es war kein Leopard, der sich gerne heranschleicht, um Hunde, die oftmals Menschen begleiten, wenn sie in die Wälder gehen, zu fangen und zu fressen.
Die dhutanga Bhikkhus, die nach der rukkhamula-Art leben, machen verschiedene schreckliche und furchterregende Erfahrungen, von denen hier nur einige beschrieben wurden. Stellen Sie sich als Leser vor, Sie befänden sich in der Situation eines dieser nach rukkhamula Art lebenden Bhikkhus und machten all diese Erfahrungen. Wie wäre Ihnen zumute? Könnten Sie das durchstehen und die Disziplin aufbringen, bis daraus ein Teil Ihrer eigenen Lebensgeschichte würde? Das wäre eine schöne und wunderbare Biographie und dieses Buch hätte einen Wert, beispielhaft, um zukünftigen Generationen als Richtschnur im Herzen zu dienen. Wer aber die Mühen und das asketische Training nicht auf sich nehmen kann, für den besteht Grund zu fürchten, dass eine Biographie der Art entsteht, die ihn, seine Ordensbrüder und die Lehre, die allen Buddhisten am Herzen liegt, in Misskredit bringt, eine Befleckung, die lange durch nichts bereinigt werden kann. Er wird auch zu einem Menschen mit Minderwertigkeitsgefühlen, wodurch wiederum die Sphäre der kammatthana und der Lehre minderwertig werden, weil sie von jemandem abhängen, der unfähig ist und all diese Dinge von unvergleichlichem Wert mit sich in den Ruin zieht.
Setzt man lediglich seine Vorstellungskraft ein, um es für einen Moment auszuprobieren, so reicht dies aus, um zu erkennen, wie beschwerlich für den Körper und wie qualvoll für den Geist der Weg jener ist, die danach streben und kämpfen, solche Methoden anzuwenden. Sie tun dies gleich zu Beginn ihres Lebens als Dhutanga-Kammatthana-Mönche, bis sie in der Lage sind, in allen Formen des Dhamma Wurzeln zu schlagen, weil sie entschlossen sind, diesen Weg zu gehen, wie beschwerlich er auch sein mag. Wo immer Menschen leben, jemand, der willensstark genug wäre, diesen Weg zu gehen und Opfer wie diese zu bringen, ist schwer zu finden. Denn die meisten Menschen fürchten sich davor zu leiden und denken nur an sich und nicht an Dhamma, den Weg, der zur Befreiung von Leiden führt.
Das Leben ohne Obdach und Schutz vor jeder möglichen Unbill kann eine entscheidende Rolle spielen, damit jemand erkennt, dass er Entsagungen vielfältiger Art auf sich genommen hat und von nichts abhängig ist. Sollte sich etwas ereignen, das zu seinem Tode führt, so ist er bereit, sich dem zu fügen und es auf ganz natürliche Weise geschehen zu lassen, ohne dagegen anzukämpfen oder Widerstand zu leisten mit Methoden, die auf der Überzeugung von der Wichtigkeit der eigenen Person beruhen. Wenn die Nahrungsmittel knapp sind oder es an jenen lebensnotwendigen Dingen mangelt, von denen die Welt abhängt und die sie für erforderlich hält, so nimmt er dies dem Dhamma zuliebe hin. Er zeigt keinerlei Anzeichen von Bedrückung und Entbehrungen oder Verärgerung in seinem Herzen, was zu einer Steigerung des Leidens führen und dies noch erdrückender machen würde. Was das Leiden und die Entbehrungen betrifft, die durch die harte Arbeit seiner Bestrebungen entstehen, so nimmt er diese hin und auf sich, weil er durch seine Anstrengungen die Befreiung von Leiden erreichen will. Selbst angenommenen, ein hungriger Tiger käme vorbei, um ihn zu beißen, wegzuschleppen und zu fressen, so würde er sich hingeben und sein Leben opfern mit der Einstellung im Herzen: „Ich bin ein Bhikkhu, der bereits allem entsagt hat.“ Er hat keinerlei eifersüchtig gehegte Anhaftungen, die ihn davon abhalten, alles für das höchste Dhamma zu opfern, und er lebt daher überall in Zufriedenheit.
Wenngleich das Leben, wie es von jenen nach Art des rukkhamula im Schatten eines Baumes im Geiste der Entsagung geführt wird, keine Bedeutung für Menschen im Allgemeinen haben mag, so hat es dennoch eine Bedeutung im Dhamma, das den höchsten Wert besitzt. Daher bekommen diese, entgegen der Ansicht und Meinung der Menschen in der Welt, welche deren Leben und Handlungen als bedeutungslos erachten, unschätzbarem Wert. Menschen, die solche Opfer bringen können, sind jedoch selten zu finden. Der Erhabene Buddha erkannte mit Einsicht, wie wichtig die Eigenschaften dieser dhutanga als effiziente Methode zur Unterwerfung der kilesas im Herzen der in der Welt lebenden Menschen waren. Darum verordnete er jenen in der Welt, die bereit waren, ihm zu folgen, diesen Weg zu gehen, damit jene, die das Herz eines Kriegers haben, befähigt würden, das Endziel des Lebens der Reinheit (brahmacariya) zu erreichen. Der Zweck dieser Lehre ist, ihnen als ein Vehikel zu dienen, in welchem sie durch die Welt des samsara reisen und im Kampf obsiegen können, um dem Erhabenen Buddha zu folgen und schnell mit ihm auf die gleiche Stufe zu gelangen, ohne lange darauf warten zu müssen. Denn diese Regel des Dhamma dient den Praktizierenden als Ansporn, damit sie entschlossen und entschieden ihrem Ziel, das Leben in Freiheit von der Unzufriedenheit (dukkha) zu erreichen, zustreben können. Es gibt keinerlei Zweifel daran, dass dies in Abhängigkeit von all jenen Dingen des Umfeldes erfolgen kann, die als Ansporn dienen, die sie fördern und anhalten, stetig und regelmäßig ihre Bestrebungen zu verfolgen, bis es ihnen gelingt, das Ziel zu erreichen, ohne auf Hindernisse zu treffen.
Die vorangegangenen Ausführungen genügen als knappe Erläuterung des Weges für jene Bhikkhus, die daran interessiert sind und die vielleicht einen Vergleich zwischen sich und diesen Wald-Bhikkhus anstellen möchten, denn beide Gruppen streben danach, sich auf dem Wege des Dhamma zu entwickeln. Sie mögen ihnen auch hinreichend klar gemacht haben, wie sie praktizieren sollten, um auf einen Weg zu gelangen, auf dem sie dukkha sicher und gründlich entfliehen können, ohne herumzusitzen und -mehr oder weniger -auf dukkha zu warten, das aus den Aktivitäten des citta entsteht. Denn, das citta ist der Führer, dasjenige, das gewohnheitsmäßig Gefallen an Dingen hat, die in seine Umlaufbahn geraten.
Diese Dhamma-Wahrheit ist so wichtig, dass es nicht fehl am Platze ist, sie als das erste Grundprinzip des kammatthana zu bezeichnen, denn nahezu alle Dhutanga Kammatthana Bhikkhus, die aufrichtig die Bedeutung von Dhamma suchen, praktizieren diese Dhamma-Regel gern. Ich, der ich dies schreibe, weiß nicht viel und ich bin überhaupt nicht klug, doch habe ich ein Herz und muss diese Dhamma-Regel einfach mögen. Es ist nur so, wenn ich es zu erreichen suche, erlange ich es nicht, und ich gebe daher meine Lage ohne Scham zu.
Die dhutanga-Regel der pindapata
Pindapata ist eine wesentliche Pflicht jener Bhikkhus, die als Söhne der Sakya im Sangha (Sakyaputta Buddha-Jinarasa) ordiniert sind. Dies ist im Buddhismus eines der offensichtlichsten Merkmale und es wird allgemein von den Bhikkhus anerkannt, dass pindapata ein wesentlicher Teil ihres Lebens ist. Das zeigt sich in den Anweisungen anusanas170, die allen Bhikkhus nach der Ordinationszeremonie gegeben werden. Dann werden sie sowohl über das Leben im Schatten eines Baums (rukkhamula senasana) als auch über pindapata unterwiesen. Diese Anweisungen werden als so wichtig angesehen, dass sie nach jeder Ordinierung wiederholt werden. Der Erhabene Buddha hatte diese beiden Praktiken zu seiner Herzensangelegenheit gemacht und sie immer als wichtige Pflichten angesehen, die er bis zum Tag seines parinibbana einhielt. Die einzigen Ausnahmen bildeten Umstände, die es ihm unmöglich machten, diese Pflicht zu erfüllen, wie beispielsweise, als er die vassa im Lelaika Wald mit dem Elefanten Palilayyaka verbrachte, denn in jenem Wald lebten keine Menschen, die ihm hätten Nahrungsmittel geben können, wenn er auf pindapata ging.
170 Instruktionen, Ratschlägen
Die regelmäßige Ausübung der pindapata ist eine Pflicht, die denen, die sie ausüben, Frieden und Glück im Herzen bereitet. Dies bedeutet erstens, dass man sich beim Umhergehen an Orten, wo es Häuser gibt und wo Menschen zusammenleben, und auch wenn man zu solchen Orten geht oder von ihnen kommt, ständigum seine eigene Entwicklung bemüht, was dem Üben von cankama an dem Ort, an dem man sich aufhält,gleichzusetzen ist. Zweitens ist es eine Änderung der Körperhaltung und körperlichen Aktivität für die Zeit, während der man auf pindapata geht. Drittens können jene, die ständig damit befasst sind, Weisheit zu entwickeln, wenn sie pindapata gehen, gelegentlich verschiedene Dinge vorübergehen hören oder sehen, die in ihre Sinnespforten gelangen und sie erregen. Diese Dinge können die Weisheit fördern und sie können sie packen und aus ihnen Nutzen ziehen. Viertens überwindet pindapata die Trägheit, eine denjenigen Menschen angeborene Eigenschaft, die nur Ergebnisse haben wollen, aber zu träge sind, jene Handlungen durchzuführen, ohne die es keine Ergebnisse gibt. Fünftens überwindet sie die Einbildung, die uns glauben lässt, dass wir hochrangige und wichtige Menschen seien, deren Familie seit langem in der Oberschicht etabliert, reich und wohlhabend in jeder Weise ist. Deshalb missfällt einem pindapata, die einen praktisch zum Bettler macht.
Das, was man während der pindapata erhält, kann man essen und es reicht aus, um einen am Leben zu erhalten. Es ist aber nicht so viel, um den Körper an Kraft und Energie gewinnen zu lassen, sodass er zum Feind des Herzens wird, das sich um Dhamma bemüht, und den Fortschritt erschwert.

Wenn man einmal am Tage isst, sollte man ausreichend essen, aber nicht so viel, dass der Magen schwer wird und man Verdauungsschwierigkeiten bekommt, weil man die natürliche Kapazität des Verdauungssystems überlastet hat. Im Allgemeinen werden Fasten und Hunger als normal angesehen für alle, die Dhamma untersuchen, um dukkha restlos zu beseitigen. Darüber hinaus sollte man, wenn man nur einmal am Tage isst, auch untersuchen und überlegen, welche Nahrungsmittel für den Körper wertvoll sind, dem Magen keine Schwierigkeiten bereiten und auch für das citta von Wert sind, sodass die Meditationsübungen (bhavana) ruhig verlaufen und das citta nicht durch unzuträgliche Ernährung getrübt wird. Beispielsweise sind Nahrungsmittel, die zu scharf gewürzt oder zu sehr gesalzen sind, was zu Sodbrennen führt und einen bedrückt, keine Hilfe bei den Bemühungen um Dhamma. Körper und Geist (Herz) sind eng miteinander verbunden und können einander schnell beeinflussen. Es wird daher gelehrt, wenn man die Wahl hat, jene Nahrungsmittel auszuwählen, die sowohl für den Körper als auch für den Geist förderlich (sappaya) und wertvoll sind. Hat man aber keine Wahl und weiß man, dass die