die Lehrer verlassen, weitergeführt. Denn die praxisbezogene Darlegung des Dhamma -angefangen von den ersten Stufen in der Entwicklung des samadhi bis hin zu seiner kompletten Beherrschung und von den anfänglichen groben Ebenen in der Entwicklung der Weisheit bis hin zu ihren tiefgründigsten -spiegelt den direkten Weg der Entwicklung des citta der Acariyas wider. Sie lehren aus ihren eigenen Erkenntnissen und ihrem eigenen Wissen heraus, die direkt aus eigener praktischer Erfahrung abgeleitet sind, sodass jene, die zu ihnen kommen um zu lernen, in ihre Fußstapfen treten und überprüfen können, in welcher Weise ihr Geist nicht mit der Lehre in Einklang ist. Wenn sie wegen etwas unsicher sind, können sie fragen, damit der Lehrer es erklären, weiter ausführen oder sie in den Punkten korrigieren kann, in denen ihr Verständnis ihm unzureichend zu sein scheint, denn sie trainieren sich nicht so, wie jemand, der auf der Basis seiner eigenen Denkweise und Ansichten lediglich annimmt oder vermutet, was richtig oder falsch sei .
Im Allgemeinen lernen die Übenden Dhamma direkt vom Acariya, von den ersten Schritten des bhavana bis zu den höchsten Stufen, indem sie dem Acariya zuhören und häufig mit diesem ihre Lernschritte überprüfen. Wenn dann ihr bhavana zu Erkenntnissen oder Erfahrungen irgendwelcher Art führt, gehen sie zum Acariya und berichten ihm darüber, sodass dieser es weiter erläutern kann, um jeweils ihre Achtsamkeit und Weisheit verbessern und mögliche Fehler Schritt für Schritt korrigieren zu können, sowohl bezüglich ihres samadhi auf jeder Ebene als auch bezüglich ihrer Weisheit auf der jeweils angemessenen Stufe.
Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann
Auf den anfänglichen Stufen des samadhi ist das eben Gesagte nicht so wichtig, wenngleich es einige Fälle gibt, in denen man sonderbare Erkenntnisse hinsichtlich übersinnlicher Dinge erlangen könnte. Falls dem so ist, muss der Acariya verfügbar sein, um die Übungspraxis auf der Basis einer Art von samadhi zu erklären, damit die betreffende Person ihre Übung in der richtigen Weise fortführen kann.
Generell besteht für jeden Einzelnen die Übungspraxis des samadhi darin, sich auf die Grundmethode der bisherigen von ihm üblicherweise ausgeübten Übungspraxis zu konzentrieren. Folglich sollen diejenigen, die mittels eines Dhamma-Objekts, wie beispielsweise anapanasati zur Ruhe gelangen konnten, dieses Objekt beibehalten und ihre Übungen stetig fortführen, ohne nachzulassen oder aufzugeben. Wenn dann infolge dieser Übung sich sonderbare oder ungewöhnliche Dinge ereignen, müssen sie sich an den Acariya wenden und ihm darüber berichten, damit er es ihnen verständlich erklären kann und sie ihre Übungen fortsetzen können, ohne in die Irre zu gehen. Im Gegensatz dazu ist Weisheit von solcher Qualität, daß diese ständig zwischen dem Übenden und dem Acariya überprüft werden muss, da sie äußerst komplex und verwickelt ist. Dies wird jedoch später zu angemessener Zeit erläutert werden.
Die Dhutanga Bhikkhus, die der Tradition des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann folgen, haben volles Vertrauen und große Ehrfurcht gegenüber ihrem Acariya -mehr als gegenüber ihrem eigenen Leben, weil sie Dhamma aus dem Herzen des Acariyas lernen, damit es zu ihrem eigenen Dhamma wird. Man könnte es auch, was nicht falsch wäre, als eine Übertragung von Herz zu Herz bezeichnen, denn dies geschieht in der Tat auch.
Wenn den Weg praktizierende Bhikkhus zusammenkommen, um bei dem Lehrer an dessen Aufenthaltsort zu verweilen, finden sicherlich auch Lehrsitzungen, Diskussionsrunden und Beratungen statt. Wer ein persönliches Problem hat, kann dies mit dem Acariya besprechen und von ihm Anleitung zu diesem speziellen Problem erhalten, wann immer sich eine passende Gelegenheit ergibt. Hat der Acariya das Problem erläutert, sodass der Bhikkhu es in vollem Umfang verstanden hat, so wird dieser sich entsprechend üben und versuchen, sein Wissen, sein Verständnis und seine praktische Anwendung mit dem in Einklang zu bringen, was der Acariya empfohlen hat. Sollte er späterhin weitere Probleme haben, so kann er sich wieder an den Lehrer wenden und sie abklären.
Andere, die auch ihren Übungen nachgehen, wenden sich an den Lehrer, um bei ihnen entstehende Probleme in ähnlicher Weise zu klären. Sie dürfen sich aber an ihren Zweifeln nicht festbeißen und sie sich anhäufen lassen, weil dies ihren Fortschritt hemmen würde oder gar gefährlich für sie sein könnte, und zwar
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weil diese Übungspraxis ein Weg ist, den sie zuvor noch nie gegangen sind und es recht wahrscheinlich ist, dass sie Fehler machen oder sich in die falsche Richtung entwickeln, ohne es zu merken.
Alle, die sich auf diesem Wege trainieren, denken und begreifen so, und, wenn jemand von ihnen eine Frage oder ein Problem hat, legt er diese offen und befragt hierzu den Acariya oder einen anderen Bhikkhu, von dem er annimmt, dass er das Problem klären kann. Denn der Kreis der sich Übenden lebt in Gruppen zusammen, mit echter Sorge füreinander und in Abhängigkeit voneinander. Sie leben nicht einfach nur am gleichen Ort beieinander. Durch das Zusammenleben entstehen verschiedene Verbindungen untereinander, die wiederum zu vielfältigen Beziehungen nach innen und außen führen. Dies reicht vom Acariya hinunter und schließt all die ein, die gemeinsam in brahmacariya111 zusammenleben. Sie respektieren und lieben einander und wenn es etwas gibt, das erörtert und besprochen werden muss, dann sind sie darauf bedacht, einander klar und ohne unterschwelligen Eigensinn oder Dünkel Erkenntnis und Verständnis zu vermitteln. Daher ist ihr Zusammenleben friedlich und harmonisch und es kommt selten vor, dass zwischen den sich Übenden Zwistigkeiten entstehen. In der Tat zeigt sich in ihrer Harmonie und Zusammenarbeit, in ihrer Freundlichkeit unter einander, mit der sie dem Sangha (Sangavatthu -Mönchsorden) übergebene Dinge ebenso wie Dhamma in seinen verschiedenen Bedeutungen miteinander teilen, wie auch in der Art und Weise, in der sie bereit sind, sich einander unterzuordnen und nachzugeben, wie gut sie die Übungspraxis durchführen und welcher Respekt ihnen gebührt. Sowohl die Rangälteren als auch die Rangjüngeren achten einander auf verschiedene Weise entsprechend ihren Vassa-Perioden112 und ihrem Dhamma-Status, ohne eine Spur von Hochmut oder Aufgeblasenheit, denn sie haben nichts anderes als Respekt und eine bescheidene Demut und diese würdevollen Verhaltensweisen untereinander sind für sie die normale charakteristische Umgangsweise. Sie leben in vollständiger Abhängigkeit voneinander, so als ob sie alle Teile eines Körpers wären.
Verhalten und Übung in einem Waldkloster
Die vier Bedarfsgegenstände113, die das Kloster von Zeit zu Zeit in unterschiedlichen Mengen erhält, werden verteilt, sodass jeder Bhikkhu und Samanera im Kloster etwas davon erhält, es sei denn, es reicht nicht für alle. Dann wird es jenen gegeben, die es am nötigsten brauchen. Wenn zu einer späteren Zeit dem Kloster mehr dieser lebensnotwendigen Dinge übergeben werden, dann werden sie danach verteilt, wer den
111 im Zölibat und nach den allgemeinen Übungen der höheren Tugend112 Hier die Anzahl der Jahre, die man als Mönch ordiniert hat. Vassa bedeutete Regenzeit und ist die Zeit der Rückzuges aneinem Ort in etwa zwischen Juli und Oktober.113 Bekleidung, Nahrung, Unterkunft und Medikamente.
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größeren und wer den geringeren Bedarf hat. Dann wird den Ersteren gegeben, wobei auch versucht wird, allen anderen etwas davon zuzuteilen, je nachdem, wieviel jeder Einzelne davon hat.
Wenn jemand verschiedenartige Spenden überreicht, so muss der Thera114 , der der leitende Mönch ist, die Bhikkhus zusammenrufen, die Spenden ausbreiten und sie an alle, einschließlich der Samaneras, mit metta verteilen, so als ob sie wirklich seine eigenen Kinder wären. Seine Liebe und sein Mitgefühl für die Bhikkhus und die Samaneras, seine Haltung und sein Verhalten ihnen gegenüber ist nämlich wie das von Eltern zu ihren Kindern, nur dass er nicht „weltlich“ handelt wie Eltern, die gelegentlich mit ihren Kindern spielen und sie necken, aber ansonsten entspricht er ihnen in der üblichen Weise, in der Liebe und Mitgefühl nach der buddhistischen Lehre ausgeübt werden.
Der leitende Bhikkhu weiß um seine wesentliche Verantwortung und Pflicht, die er niemals vernachlässigen darf, nämlich das Verhalten und die Eigenschaften der Bhikkhus und Samaneras unter seiner Obhut zu beobachten und darüber zu wachen und sie zu beraten, zu lehren, zu ermahnen und zu tadeln. Wenngleich die Bhikkhus und Samaneras unter einem Acariya diesen möglicherweise sehr fürchten, so haben sie dennoch großen Respekt vor ihm, lieben ihn sehr und haben großes Vertrauen zu ihm. Gleichzeitig hat der Acariya auch metta für sie und passt gut auf sie auf.