belastet und den Geist vollständig befreit. Was andere betrifft, so kann ich dazu nichts sagen, aber wenn es dem Zweck dient, nicht vollgestopft, unordentlich und schlampig zu werden, so läuft es auf das Gleiche hinaus. Ständig auf Wanderschaft sein, dann an Orten verweilen, wo es auch sein mag, die man als geeignet für das Training erachtet, ohne Bedenken und Sorgen. Nur für sich selbst verantwortlich; mit dem eigenen Körper, dem Leben, dem Atem und dem Training, ebenfalls als Teile von einem selbst. Sogar der magga, phala und Nibbana, das einem in Reichweite sein sollte, hängen von den von einem selbst durchgeführten Übungen ab, die bewirken, dass sie entstehen.. Umherzuwandern und hier und da zu leben, sich in Dhamma in der bereits erwähnten Weise zu üben, liegt also an einem selbst. Das zu suchen, was für denjenigen geeignet ist, der darauf aus ist, das Dhamma in sich zu verwirklichen, wozu er in der Lage sein sollte und was er mit jedem Atemzug anstrebt.“
„Wenn man davon überzeugt ist, dass die Gestaltung angemessener Umstände von einem selbst abhängt, dann muss man auch zu einem geeigneten Ort gehen und das Training oder die Arbeit und Disziplin angehen, die einem angemessen sind. Selbst dann, wenn man nicht will, muss man dort hingehen; wenn man dort nicht bleiben möchte, muss man bleiben; wenn man das Training nicht durchführen will, weil es schwierig ist, muss man es trotzdem tun; und wenn man asketische Disziplinen nicht befolgen möchte, wie man sollte, so muss man sie dennoch einhalten. Auch wenn man sich nicht mit der Armut und dem Mangel an allem, einschließlich der vier Bedarfsgegenstände, abfinden will, so muss man sich dennoch damit abfinden, weil man ein guter Mensch sein, Dhamma erkennen und sehen und Freiheit von dukkha erlangen möchte. Wenn man aber den kilesas die Oberhand lässt, ihnen die Führung überlässt, dann bleibt alles, wie es schon immer war.“
„Vor einer Weile sprachen wir über Angst -wie beispielsweise, dass man aus Angst vor Tigern nicht in einsamen Gegenden bleiben will. Das ist die Verhaltensweise der kilesas, die einen immer zurückhalten und einen nicht dorthin gehen lassen wollen, wohin man gehen sollte, wo man sich in der traditionellen Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann Weise der Ariyas106 üben kann, die den Weg aufgezeigt und die kilesas vernichtet haben. Aber die kilesas möchten einen dazu verführen, dorthin zu gehen und dort zu bleiben, wo viele Menschen sind und ständig verwirrende Unruhe herrscht, Lokalitäten, wo sich Menschen amüsieren und Spaß haben, wie Konzertsäle, Theater und andere Orte, wo gesungen und Musik gespielt wird und wo es Unterhaltung aller Art gibt. So führen einen die kilesas hinters Licht! Sie können die Herzen der Menschen erhaschen und so leicht vom Pfad der Tugend und des Dhamma wegziehen und sie können den Geist eines Kammatthana Bhikkhus einfangen und ihn aus dem Wald locken, wo er seine Übungen macht. Oder sie bringen ihn möglicherweise dazu, aus Angst vor Tigern, Geistern oder anderen Dingen nicht in den Wald zu gehen, und locken ihn zurück in die Falle -in das Umfeld der Vergnügungssäle, so wie es ihnen gefällt, wo sie ihn dann vollends fertig machen.“
„Es sollte uns ganz klar sein, dass die kilesas, wenn wir ihnen die Führung überlassen, im Ergebnis unserem Geist ihren Stempel aufdrücken, so wie ich es gerade beschrieben habe. Ich persönlich habe daher versucht, ihnen immer zu widerstehen und ihnen niemals nachzugeben, sondern jenen kilesas Widerstand zu leisten, die immer auf der Lauer liegen, und, wann immer sie Gelegenheit dazu haben, unser Herz fesseln. Deshalb ging ich dorthin, wohin normale Menschen und die kilesas nicht gehen wollen. Ich tat Dinge, die weder die normalen Menschen noch die kilesas tun wollen. Ich trainierte und disziplinierte meinen Geist -den Geist, der von der Welt, welche die kilesas schätzt, geliebt wird, und nicht möchte, dass er dauernd trainiert und diszipliniert wird, indem er nach der Weise der kammatthana ständig von einem Ort zum anderen wandert. Umherwandern in Übereinstimmung mit der Gabe zu erkennen, was für das Dhamma richtig ist, damit es den Geist zu Ruhe und Frieden führt, und auch, um in einem selbst ausreichende Klugheit und Weisheit zu entwickeln, damit man die wahre Grundstruktur der Hauptarmee und der Hilfstruppen der kilesas erkennt und immer genau weiß, wo diese sich aufhalten. Darüber hinaus gilt es, in dieser Weise weiterzumachen, bis Achtsamkeit und Weisheit stark genug geworden sind, um es mit den kilesas aufnehmen zu können, sie zu sortieren und auseinander zu dividieren, sodass die mächtigen bleiben und die schwachen zu Grunde gehen. wobei Quartier weder gesucht noch gegeben wird. Das Wesentliche, was bei dieser Aufgabe geholfen hat, waren das Umherwandern und die bereits beschriebenen Orte, an denen sie erfüllt wurde. Diese sind von einer entscheidenden Bedeutung, die niemals unterschätzt werden darf.“
„Ich achte und preise immer jene hoch, die sich auf die zuvor beschriebene Weise trainieren, weil dies der direkte Weg zum „magga phala und Nibbana“ ist, wie er es immer war und immer sein wird. Jene aber, die, sobald sie in den Wald gehen, nur an Tiger denken können, die kommen, um sie zu zerfleischen,
106 Edle, Noble Wesen
Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann
machen mich müde und traurig und verleiden es mir, sie zu unterweisen. Ich mag sie nicht unterweisen, weil es Zeit-und Energieverschwendung ist und weil es besser ist, meine Zeit und Energie aufzusparen für jene, die wirklich interessiert, ernsthaft und entschlossen sind. Dann kann Dhamma der Welt nützen, was dem so wertvollen, der Natur entsprechenden Aspekt des Dhamma angemessen ist .“
„Wenn ich jemanden zur Unterweisung zu mir kommen sehe, dessen Persönlichkeit schwach und schlaff ist, so als ob sein Knochengerüst, obwohl er körperlich kräftig und fit ist, jeden Moment aus ihm herausfallen würde, dann empfinde ich Mitleid, so als sähe ich einen Kranken, der sich in einem kritischen Zustand befindet und jenseits aller Hoffnung ist, durch eine Medizin kuriert werden zu können. Dann zerfließt all das Dhamma in mir, das ich seit langer Zeit dazu nutzte, um Menschen zu lehren -in der Tat, seit der Zeit, als ich zu lehren begann -und versteckt sich und ich weiß nicht, wo es hin ist. Übrig bleibt nur die nackte Erkenntnis, von der man keinen Gebrauch machen kann. Ich glaube, dass das Dhamma sich vielleicht vor dem Einfluss solch umfassender Schwäche und Schlaffheit, die größer sind, als es ertragen kann, fürchtet.. So läuft es einfach weg und versteckt sich. Dann bleibt mir nichts, was ich hervorbringen und einem solchen Menschen zeigen kann. Ich kann dann einfach nur sitzen, unfähig zu denken, meinen Geist betrachten und bin nicht fähig, etwas zu sagen. Weshalb passiert so etwas? Vergleicht man es mit einem Arzt, so ist es, als wäre dieser am Ende seiner Mittel angelangt, ein so schweres Fieber zu behandeln. Bei einem Menschen wie diesem stoße ich möglicherweise ebenfalls an die Grenzen meiner Mittel, diese Krankheit der Schwäche und Schlaffheit zu kurieren, die sich jedem möglichen Versuch entziehen, ihn durch Zwang zu einer Heilung anzutreiben. Daher verschwindet mein Dhamma in einem Versteck und ich habe nichts, was ich ihm sagen könnte.“
„Alle, die ihr hierher gekommen seid, um euch zu trainieren, habt ihr jemals daran gedacht, dass die Krankheit der Furcht vor Tigern und Geistern auch die Art Krankheit ist, die Dhamma fürchtet? Dhamma wagt nicht, sich dieser Krankheit anzunehmen. Wenn ihr also Dhamma den Raum geben wollt, in dem es bei euch bleiben kann, anstatt wegzulaufen und sich zu verstecken, dann solltet ihr eure Einstellung vollständig ändern. Diese Änderung erfordert nicht sehr viel, denn es reicht aus, einfach nur eure eigenen Stärken und Schwächen in euch selbst, die ihr jetzt so furchtsam seid, zu erkennen. Dies könnt ihr dadurch erreichen, dass ihr darüber nachdenkt, wie der Erhabene, die Savakas und alle Acariyas echte Krieger waren. So muss ich zumindest das bekämpfen, vor dem ich mich gegenwärtig fürchte. Sollte ich jedoch glauben, dass diese Angst heilig ist, sodass ich, wenn ich sie bekämpfe, sie schlecht behandle und aus meinem Geist austreibe, sterben würde, dann müsste ich überlegen, weshalb keiner von denen, die sich trainiert haben und die Angst -so wie diese Angst, die sich in diesem Moment in meinem Herzen befindet -schlecht behandelt und aus ihrem Geist vertrieben haben, jemals daran gestorben ist. Warum also fürchte ich
Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann
mich so? Wird jetzt nicht das Stadium erreicht, in dem mich die Angst zum Wahnsinn treibt? Wenn ich dies jedoch selber nicht weiß, dann kann es kein anderer wissen. Wie also sollte ich nun handeln und mich für das Höchste trainieren -oder widersetze ich mich und werde durch die Angst von nun an vollkommen verrückt?