Geistes gingen und es gibt keinen anderen Ausweg!“
„Wenn ihr glaubt, dass euch Angst, Trägheit und Zaghaftigkeit den Weg bereiten, um euch von dukkha zu befreien, so braucht ihr das nicht zu erwarten, denn nach einer Weile würdet ihr sterben, vergeudet und verwesend, ein Schandfleck für die Lehre und dazu ein schlechter Geruch. Gebt euch nicht lange irgendwelchen Zweifeln hin, denn dies ist Zeitverschwendung. Das Dhamma des Erhabenen ist kein Dhamma, das euch hätschelt, sanft und zärtlich behandelt und euch hintergeht. Wenn man jedoch der Lehre, die der Erhabene uns hinterlassen hat, vertraut und diese hingebungsvoll so praktiziert, dass man bereit ist, sein Leben für sie zu opfern, ohne dabei die geringste Furcht zu haben, dass das Dhamma einem zu Schaden und Elend gereicht, und wenn man anstrebt, sich von jenen Dingen zu befreien, die die eigenen Feinde und Hemmnisse des Geistes sind, wie beispielsweise Angst, so gelangt man bald an das „Ufer des Glücks“. Es gibt keinen anderen Weg, sich von dukkha zu befreien, als sich in diesem Dhamma zu trainieren und zu disziplinieren!“
„Was soll man also von solchen Orten halten, an denen furchtsame Bhikkhus verweilen, und über die sie klagen, dass sie Furcht erregend seien, obwohl die einheimischen Dorfbewohner sie für ganz gewöhnliche Orte halten und sich nicht vor ihnen fürchten? Andererseits gibt es Orte, an denen ich verweilte, vor denen sich die Einheimischen fürchteten und zu denen sie mich nicht gehen lassen wollten, weil sie Angst hatten, dass Tiger kommen und mich zerfleischen könnten. Aber mich beunruhigten weder die Tiger noch die Aussagen der Dorfbewohner, dass die Tiger sehr wild seien. Meine Unbekümmertheit war keine Angeberei, dass ich mich nicht vor Tigern fürchtete, die in den Augen der Welt Furcht erregende Tiere sind. Ich fürchtete mich auch vor ihnen, aber nicht in der unterwürfigen und ergebenen Weise, wie sich ängstliche Bhikkhus vor ihnen fürchten. Im Gegenteil, meine Angst war die eines Kriegers, der dachte: ,Hier lauert die Gefahr überall und gerade deshalb ist dieser Ort wichtig für meine Entwicklung. Ob ich leben oder sterben werde, ich füge mich meinem kamma, was der Natur entspricht. Wenn ein Tiger kein Fleisch zu fressen hat oder glaubt, dass das Fleisch eines Bhikkhus süßer sei oder besser schmecke als das, was er normalerweise frisst, und er mich fressen will, so gebe ich mich drein. Aber ich muss mich an Dhamma halten -mit anderen Worten, an die Tapferkeit und die Selbstaufgabe für Dhamma -die ganze Zeit und bis zu meinem letzten Atemzug, ohne Dhamma aufzugeben. Dies ist dem Stand eines Kammatthana Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann Bhikkhu angemessen, der in aufrichtigem Glauben an kamma und punna nach Dhamma sucht und die Ehre der Sasana hochhält.’ Nachdem ich diesen Entschluss gefasst und alles dem Dhamma überlassen hatte, wandte ich mich der Arbeit des Geistes zu, unerschütterlich und ohne aufzugeben. Je öfter ich die Tiger in nächster Nähe miteinander brüllen hörte, desto mehr wandte ich mich dem Dhamma zu und trat in engen Bezug zu ihm, stieg so tief hinein, als ob das Dhamma und mein Herz miteinander eins wären. Je länger ich den Kampf zwischen den Tigern und Dhamma, dem von mir angestreben Ziel, focht, desto mehr sah ich das Wunder des Geistes und Dhamma entstehen. Dies verdrängte jeden Gedanken an Tiger, die kommen und mich zerfleischen würden, der nur große Zeitverschwendung gewesen wäre. Aber ein ängstlicher Mensch ist wie ein kleines Kind, das wenig gelernt hat und nach dem Feuer greift, um damit zu spielen, sodass es sich verbrennt. Wenn ein ängstlicher Mensch keinen Ausweg findet, lässt er Gedanken an Tiger oder Geister und dann Angst entstehen, um so sein eigenes Herz zu verbrennen, ohne zu wissen, wie er die Situation bereinigen kann -gleich einem Kind, das mit dem Feuer spielt.“
„Manchmal trifft das Training im Inneren und im Äußeren auf ein Hindernis nach dem anderen. Wenn dann der Geist nicht wirklich gefestigt und mutig ist, erleidet man notwendigerweise Schiffbruch. Mit anderen Worten, der Geist ist durch seine eigenen Probleme beunruhigt und besessen, die, solange sie nicht gelöst sind, dukkha anhäufen, bis sie eines nach dem anderen gelöst sind und im Geiste Leichtigkeit und Zufriedenheit sporadisch einkehren. Gleichzeitig entstehen im Körper Krankheit und Schmerzen, denn der Körper ist ein Anliegen des Geistes, der dafür verantwortlich ist, diesen zu beschützen und wiederherzustellen. Der Geist muss auf den Körper achten und entscheiden, was erforderlich ist, und sich entsprechend den Gegebenheiten um ihn kümmern. In manchen Gegenden herrscht ein sehr drückendes Klima, was das Atmen erschwert. Dies hat gezwungenermaßen Auswirkungen auf Körper und Geist. Aber damit muss man sich abfinden und so lange dort bleiben, bis man sich nach einem geeigneteren Ort umschauen kann, und muss die Unannehmlichkeiten dieser Gegend möglicherweise mehrere Tage ertragen.
Zu jener Zeit, als der Ehrwürdige Achahn Sao und ich erstmals weit in den Norden gingen, um uns zu trainieren, wussten die Menschen dort nichts von kammatthana. Die nackte Armut und der Mangel an allem stürzte auf uns beide „Krieger“ herein. Damals zeigten die Bergvölker nicht, wie heute, Interesse dafür, wie ein Bhikkhu lebte, schlief und aß und welche Dinge er zum Leben benötigte. Ihr dürft nicht glauben, dass ich mit Leichtigkeit und im Überfluss zu dem Acariya wurde, den ihr jetzt vor euch habt, und der ständig Ergebnisse anhäufte. Wir mussten in der Tat ringen und kämpfen und unser Training war dermaßen leid-und entbehrungsvoll, dass wir beinahe unser Leben gelassen hätten.“
Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann
„Essen! Wir hatten nur den nackten Reis zu essen, versteht ihr! Das war viel öfter der Fall, als dass wir Chili und Fisch hatten, was die Bergvölker normalerweise aßen. Den Dorfbewohnern mangelte es nicht an ihrer üblichen Nahrung, aber sie verstanden nicht, was und wie ein Kammatthana Bhikkhu aß. Höchstens legten sie eine oder zwei Bananen in die Schale, wie es üblich war. Manchmal legten sie Päckchen Chili und Salz bei. Hin und wieder gaben sie uns etwas Chili, der zusammen mit gesalzenem rohen Fisch zerstoßen war. Das fanden wir aber erst heraus, wenn wir an unseren Platz zurückgekommen waren und das Päckchen geöffnet hatten. Wir mussten das beiseite legen, weil wir es nicht essen durften, da keine Laien bei uns waren, die es für uns hätten kochen können105 .“
So war in jener Zeit allgemein die Situation für Kammatthana Bhikkhus, wohin auch immer sie gingen. Nur wenn wir längere Zeit an einem Ort gelebt hatten und wir die Lebensweisen der Einheimischen und sie die unseren zu erkennen begannen, kamen sie auch und stellten Fragen, sodass wir uns gegenseitig besser verstanden. Danach verließen wir den Ort und wanderten zu anderen, die uns für unser Training geeignet zu sein schienen. Dort fing das Ganze wieder von vorne an.“
„Als Ruhe-und Schlafplätze mussten wir notgedrungen nehmen, was vorhanden war, wie wir das zuvor an den verschiedenen anderen Orten auch hatten tun müssen. Während der trockenen Jahreszeit war dies angenehmer und bequemer, weil wir trockenes Gras oder Laub fanden, auf dem wir uns hinlegen und schlafen konnten, ausreichend, um einen weichen Platz zu haben, auf dem wir unser Haupt niederlegen und von Zeit zu Zeit schlafen konnten.“
„In einigen Dörfern gab es verständnisvollere Menschen, die, sobald sie sahen, dass Bhikkhus gekommen waren und in der Nähe des Dorfes verweilten, zu ihnen hinauskamen und fragten, ob alles in Ordnung sei, was ihre Absichten wären, ob sie bleiben oder weiterziehen und wie lange sie bleiben wollten. Wir erzählten ihnen dann etwas darüber, was wir taten, damit sie einen gewissen Einblick bekamen. Dann taten sie sich zusammen und bauten eine Unterkunft, wo wir uns aufhalten konnten, ausreichend, um uns vor Sonne und Wind zu schützen, und eine roh gezimmerte Plattform, auf der wir gelegentlich ruhen und schlafen konnten. Sie schlugen auch einen Pfad für cankama, gerade ausreichend, dass wir diese Übung bequem durchführen konnten.“
„Wohin auch immer wir gingen, wenn wir dort lange genug blieben, kamen im Allgemeinen die Dorfbewohner, wenn sie Vertrauen zu uns gefasst hatten, und bauten Unterkünfte und andere Dinge für uns. Wurde es für uns Zeit zu gehen, so wollten sie uns nicht gehen lassen und klagten, dass sie uns sehr
105 Weil es einem Bhikkhu nach den Vinaya (Mönchsregeln) nicht erlaubt ist, rohes Fleisch und rohen Fisch zu essen
Kapitel 4: Praxis und Unterweisungen des Ehrwürdigen Lehrmeisters Mann
vermissen würden. Wir aber mussten immer das tun, was wir für erforderlich hielten. So nahmen wir auch die Übung des ständigen Umherwanderns wieder auf, weil es nicht sehr nützlich gewesen wäre, ständig an einem Ort zu bleiben, und weil sonst unsere Arbeit sich nicht so entwickelt hätte, wie wir es gerne gehabt hätten. An einem Ort eine Zeit lang zu verweilen und dann weiterzuziehen, ist eine Methode, sich wachzurütteln und sich ständig zur Achtsamkeit zu zwingen. Ich persönlich empfand dies als sehr hilfreich für meinen Charakter und meine Arbeit entwickelte sich gut.“

„Das Umherwandern an verschiedenen Orten in der Weise der dhutanga, ohne festes Ziel und Wegweiser, die den Weg oder die Zeit bestimmen und einen binden würden, ist für mich persönlich ein Weg, der nicht