spontan erkennen und erfahren kann.
Wer sich darin nicht trainiert und dies nicht erfahren hat, mag daran zweifeln und verneinen, dass dies möglich sei, aber es gibt jene, die sich trainierten und diese Ergebnisse schon in sich selbst erfuhren, selbst wenn dies von anderen nicht bezeugt werden kann. Auf wessen Seite nun die Wahrheit liegt, ist schließlich und endlich von den Kritikern zu entscheiden. Wer das für sich selbst in seinem Herzen erfahren hat, wird dazu wahrscheinlich nichts zu sagen haben. Hat man diese Dinge einmal selbst erlebt, stellen sie auch kein Problem mehr da. Dies steht im Einklang mit dem Dhamma des Erhabenen Buddha, sei es in den bedeutendsten oder auch in den weniger bedeutenden Aspekten, da der Erhabene Buddha und die Savakas nicht im geringsten auch nur irgendeinen Aspekt anzweifeln. Wer das jedoch noch nicht für sich erfahren hat, kann unmöglich anders als unsicher sein bezüglich des Dhamma, das zum Beispiel feststellt: Die Wahrheit existiert wahrlich, wahrlich existiert das Elend, wahrlich die Tugend und wahrlich die Hölle, der Himmel existiert wahrlich und wahrlich nibbana. Wer dies noch nicht geschaut hat, wird ganz natürlich daran zweifeln und darüber streiten. Aber für den, der es in sich erfahren hat, werden sich all diese Fragen in Luft auflösen.
Zusammengefasst bedeutet das: die verschiedensten dhammas, die vom Erhabenen Buddha dargelegt wurden und die vollständig auf Wahrheit beruhen, können von denjenigen gesehen und verstanden werden, die ganz fest mit ihrem Herzen und mit ihrem Geist dem Dhamma vertrauen. Es gibt wiederum andere, die bis zum heutigen Tage nicht sehen und verstehen können und die es nicht glauben und verneinen, dass Dhamma die Wahrheit ist. Es ist einem nicht möglich, diesen Zweifel in anderen zunichte zu machen, da Dhamma nichts Materielles ist, das man, wie es in der Welt so üblich ist, als Beweis hochhalten könnte. Man kann es nur in sich selbst erkennen – sandittiko77 – entsprechend den Fähigkeiten jedes einzelnen Praktizierenden, darüber nachzusinnen. Deshalb sind die Ergebnisse des Selbsttrainings kein öffentliches Gut, das man mit anderen teilen könnte, anderen, die sich nicht der Arbeit des Erfahrens der Wahrheit unterzogen haben, die doch in Reichweite jedes Einzelnen liegt.
Von dem Kammatthana Bhikkhu, der sich dadurch trainierte, dass er sein Leben aufs Spiel setzte, kann man sagen, dass er sowohl sich als auch das Dhamma getestet hat. Das dient dazu, die Wahrheit herauszufinden und ist eine Methode, die nicht außerhalb des Sasana-Dhamma78, liegt.
All die hier erörteren Methoden wurden regelmäßig von den Kammatthana Bhikkhus angewendet. Jeder Bhikkhu sucht sich die Methode aus, die seinem Charakter entspricht. Dies wurde weder blindlings durchgeführt, noch basiert das hier Erörterte auf bloßen Spekulationen, denn selbst der Autor hat es, diesen Trainingsmethoden folgend, schon ausprobiert und durchgeführt und zwar mit eindeutigen Ergebnissen. Unter den Praktizierenden dieser Tradition befinden sich welche, die genug Training durchführten und dessen Ergebnisse erlebten, um bezeugen zu können, dass diese vielfältigen Methoden des Selbstrainings nicht nutzlos sind, so als wären sie einfach Mittel ohne Zweck. Ganz im Gegenteil, es sind sehr sinnvolle Trainingsarten,
77 Das was geschaut werden kann, das was im hier und jetzt offenbar wird 78 Die dargelegte (buddhistische) Lehre
vollständig und mit all den Ergebnissen, die man sich jemals erhoffen könnte. Sie sind im Kreis der Praktizierenden immer als geeignete und ausgezeichnete Trainingsmethoden willkommen.
Die verschiedenen Behauptungen, wonach Magga, Phala und Nibbana nicht mehr verwirklicht werden könnten, nachdem der Erhabene Buddha ins parinibbana gegangen ist und die Praktizierenden nicht mehr die Früchte ihres Trainings von »dhammanu dhamma patipanno« (Ein jeder, der Dhamma im Einklang mit dem Weg des Dhamma praktiziert, ist jemand, der wahrhaftig dem Tathagata die Ehre erweist) ernten könnten, stehen nicht im Einklang mit dem wohl-erklärten-Dhamma dem »svakkhata Dhamma« und werden nie Teil des Dhamma des Erhabenen Buddha sein. Außerhalb des wohl-erklärten-Dhamma gibt es keine absolute und geheiligte Macht. Es ist die Natur des Dhamma, alle Dinge als gleichwertig zu betrachten. Daher gibt sich, wer dem Dhamma vertraut, von Anbeginn bis zum Ende allen dukkhas nicht damit zufrieden, nach Güte und Glück nur auf eigene Faust zu suchen. Er bedient sich verschiedener Trainingsmethoden, indem er diejenigen auswählt, die seiner Vorliebe entsprechen und im Einklang mit seiner Kraft und Ausdauer stehen.
Ein Dhutanga Bhikkhu konzentriert seine Bemühungen auf diejenigen geeigneten Übungsmethoden, die er bei der Begegnung und Besiegung der kilesas in seinem Innern wirksam findet. So wird zum Beispiel ein Furchtsamer die Tiger als seine Lehrmeister suchen, um ihn beiseiner Übung zu unterstützen. Dazu wird er sich in bedrohliche Wälder und Berge wagen, die sich als Schlachtfelder für die Besiegung der Angst, eines der wichtigsten kilesas des Herzens, eignen.
Es ist ganz natürlich, dass das citta unaufhörlich und mit unterschiedlichen Emotionen und Gefühlen auf die verschiedensten Verhältnisse reagiert. Lebt man in einer Stadt oder auf einem Dorf, wo es viele Menschen gibt, so reagiert das citta auf eine Weise, lebt man jedoch in einsamen und Furcht erregenden Gegenden wie dem Dschungel und den Bergen, die von Tigern durchstreift werden, oder auf Friedhöfen, so wird das citta in anderer Weise und mit anderen Gefühlen und Emotionen reagieren. <endmark>