Erlöschen, Befreiung, Freiheit 28 Die Lehre, Religion 29 Der Dreikorb, die Sammlung der Lehrreden des Buddhas 30 Ein sich drehendes Rad, ein Kreis
Vernichtung von dukkha und der kilesas geeignet. Eine Trainingsart aber, die von diesen dhammas unterstützt wird, ist bestimmt in der Lage, den Berg von dukkha zu vernichten.
Daher muss, wer sich für Frieden, Glück und ein durchdringendes Verständnis von Dhamma trainiert, sich auf diese dhammas als Nabelschnur, als das Fundament seines Trainings verlassen, und zwar von den niedersten bis hin zu den höchsten Stufen des Dhamma – nibbana und vimutti31. Welche Methode auch immer man anwendet, um sich im Guten zu üben, wenn eine harte Nuss zu knacken ist oder es ans Eingemachte geht, das heißt, wenn man in die verschiedenen Ebenen des Dhamma und des citta eintaucht, man muss auf eines dieser dhamma-Werkzeuge zurückgreifen, bevor man in der Lage ist, jedes Hindernis sicher zu überwinden, und zwar weil diese dhammas die Mittel sind, die das Sacca Dhamma32 aufsteigen lassen, deren Gipfel magga33– phala34 und Nibbana sind. All diese dhammas sind im Bereich der Buddha sasana enthalten und die Buddhas aller Zeitalter lehrten sie nach demselben Muster. So werden sie von Generation zu Generation weitergegeben.
Wer immer noch an den Buddhas zweifelt, die das Dhamma in verschiedenen Zeitaltern bis hin zu unserem gegenwärtigen Erhabenen Buddha lehrten, sollte sich im Einklang mit der Lehre des kammatthana dhamma trainieren und es untersuchen. Wenn man es wahrhaftig mit panna35 geprüft, bewiesen und die vom Erhabenen Buddha beabsichtigten Ergebnisse erfahren hat, dann wird man mit Sicherheit -aufgrund von eigener wahrhaftiger Erfahrung -erkennen, dass sich der sasada36 und das Dhamma nicht voneinander unterscheiden, sondern ein und dasselbe sind. Dies steht im Einklang mit dem Wesen des Dhamma, das man kurz so beschreiben kann: „Wer das Dhamma sieht, sieht den Tathagata37“. Dieser Vers kündet uns all die Tathagatas ganz klar an und zeigt, dass der Tathagata immer eins mit dem Dhamma ist. Das heißt, die Wahrheit des Tathagata ist nichts anderes als nur dieses Dhamma; es ist nicht an Ort und Zeit gebunden und jeder Buddha hat innerhalb der jeweils gängigen sammutti38 das parinibbana39 verwirklicht.
Wer das Dhamma in seinem Herzen klar erkannt und durchdrungen hat, hegt keine Zweifel am Tathagata, oder daran, ob der Tathagata existiert. In der Welt glaubt man jedoch, dass er nach Eintritt ins parinibbana still und leise verschwindet und dass es keinen Lehrmeister mehr gibt, der mitfühlend unterrichtet. Die Wahrheit aber ist, dass das Dhamma, das gelehrt wurde, tatsächlich der Lehrmeister ist. Ist man daran interessiert, einen Lehrmeister im eigenen Herzen zu besitzen, dann kann man auch zu jeder Zeit einen finden, so als ob der Erhabene Buddha noch lebte. Entscheidend hierfür ist die eigene Ernsthaftigkeit im Vertrauen zum Dhamma und in der Ehrfurcht vor diesem, das sein Vertreter ist. Selbst, wenn der Erhabene Buddha noch lebte, wäre es ihm unmöglich, einem zu helfen, wenn man kein Interesse dafür aufbrächte. Man würde zu jenen gehören, denen nicht zu helfen ist und für die auch keine Verbesserung zu erreichen wäre.
Um jegliche Gewissensbisse in Zukunft zu vermeiden und um für die Gegenwart und Zukunft Sicherheit zu erlangen, sollte man diese dhammas, die uns der Erhabene Buddha als sein geistiges Erbe und Ebenbild hinterlassen hat, in sich trainieren und kultivieren. Die Ergebnisse werden in jeder Hinsicht dieselben sein, als wäre der Erhabene Buddha noch am Leben. Denn nichts hat sich geändert und Dhamma wird der Lehrer sein, den man für alle Zeiten in seinem Herzen trägt.
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Freiheit, Befreiung
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das wahrhaftige Dhamma
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Pfad, Weg
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Frucht, Verwirklichung
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Weisheit 3 Der Welten Lehrer, Lehrer der drei Daseinsbereiche
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Der So Gegangene, ein Titel, den der Buddha sich selbst gab. 3 Konvention, relative Wirklichkeit
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Endgültige nibbana, das nach dem Tod eines Buddha oder Arahant erreicht wird.
Die Erörterung des Begriffes kammatthana ist ziemlich langatmig geraten und mag den Leser etwas ermüdet haben. Mögen Sie alle bitte dem Autor verzeihen, dass er sich nicht kurz fassen konnte, aber er befürchtete, dass einige von Ihnen den Begriff kammatthana nicht genau genug verstehen würden. Nun sollten Sie alle in der Lage sein, ihn zu verstehen und einige Formen der Praxis zu erlernen. Wenn Sie sich dann dem Training zuwenden, wird es Ihnen umso leichter fallen.
Die Ausführungen sollen nun mit den Arten des Trainings – patipada40 – fortgesetzt werden, die der Ehrwürdige Lehrmeister Mann seine Anhänger lehrte, und die bis zum heutigen Tag praktiziert werden. Die Umsetzung des Trainings entsprechend der patipada ist offensichtlich ziemlich schwierig, weil es ein Training ist, das den allgemein üblichen Vorgehensweisen der Welt
– in Taten, Worten und Gedanken – fundamental entgegensteht. Kern der patipada sind die dreizehn dhutangas und die vierzehn khandha vatta41 als Hilfsmittel, um seine körperlichen Handlungen zu disziplinieren, und schließlich die vierzig kammatthana zur Disziplinierung von Herz und Geist. In den verschieden Stadien des Trainings ergänzen sich alle gegenseitig.
Wer bereit ist, von ganzem Herzen das Leben eines Dhutanga Kammatthana Bhikkhu zu führen, muss die verschiedensten Arten von Hindernissen ertragen und ihnen die Stirn bieten können, Hindernisse, die sich schon so lange im Herzen vergraben haben, dass sie zu festen Angewohnheiten wurden und deshalb nur sehr schwer zu ändern sind. Dies muss man aber dennoch ohne Zaudern und Zögern anstreben. Aufgrund der Tatsache, dass es Unterschiede im Lebensstil und Verhalten zwischen Ordinierten und Laien gibt, müssen die Ordinierten Zurückhaltung üben, wie es der Mönchstradition entspricht. Ein Dhutanga Bhikkhu muss deshalb sehr strikt in seinem Umgang und Benehmen sein, und zwar besonders auch bei der Einhaltung all seiner Regeln und Pflichten, damit er sich selbst Quelle des Glücks und der Stärke ist, und um für andere ein bewundernswertes und vertrauenswürdiges Beispiel zu sein, zu dem sie aufschauen können.
Die dreizehn Dhutanga-Übungen und alle anderen Regeln des Trainings, die in Beziehung zu den verschiedenen kammathanas stehen, sind das dhamma, das ganz direkt den Charakter und die Widerborstigkeit der Menschen diszipliniert und korrigiert. Mönche entstammen Laienfamilien und deswegen sind auch ihnen die Angewohnheiten von Laien zu Eigen. Gäbe es keine Disziplinen, um ihre Angewohnheiten zu zügeln und zu zähmen, dann würde ihr Eintritt in die Mönchsgemeinde unweigerlich dazu führen, dass sie sich selbst, die Klöster und die sasana ruinieren. Denn es liegt in der Natur der meisten Menschen, sich und andere ständig auf verschiedene Art und Weise zu verletzen und zu Grunde zu richten. Sie tun dies zwar nicht immer absichtlich, sondern eher aufgrund ihrer eingefahrenen Gewohnheiten, die entweder den verschiedensten Arten von Ehrgeiz oder der Unwissenheit entspringen. Welcher Grund nun wirklich vorliegt, ist schwer zu sagen. Jedenfalls sind sie es, die uns ständig dukkha bereiten und uns mit Mühsal beladen. Deshalb erfahren wir auch nur sehr selten die von uns so ersehnte Leichtigkeit und das Wohlbefinden des Körpers und das Glück im Herzen.
Unter »Selbstverletzung« und »Selbstzerstörung« sind all die Gedanken zu verstehen, die einem wissentlich oder unwissentlich Schaden zufügen. Werden solche Gedanken in Wort und Tat anderen vermittelt, dann fügen sie diesen Schaden zu. All dies fällt unter die Kategorie Verletzen und Zerstören.
Die folgende Erörterung befasst sich nun zuerst mit denjenigen Bhikkhus, die mit dem Ehrwürdigen Lehrmeister Mann zusammenlebten und unter ihm trainierten. Später wird dann darauf eingegangen, wie diese für sich allein lebten und auf sich gestellt trainierten.
40 Arten der Praxis
41 der Kodex des sozialen Verhaltens (z.B.Verhaltensregeln gegenüber Mönchsgästen)
Die Bhikkhus, Anfänger, Lernenden und kammatthana Praktizierenden, die mit dem Ehrwürdigen Lehrmeister Mann zusammenlebten, wurden von ihm normalerweise dahingehend unterwiesen, in jeder von ihnen auszuübenden Aufgabe und Pflicht sorgfältig zu sein. Er lehrte sie, exakt zu sehen und zu hören, sich geschwind und flink statt langsam und träge zu bewegen, findig zu sein und ihren Scharfsinn bei der Verrichtung jeder ihrer Aufgaben so zu trainieren, dass sie von diesen die verschiedenen Aspekte des Dhamma erlernen könnten. Sie sollten nicht wie ein hilfloses Wesen unnütz herumliegen, sondern gründlich und gewissenhaft sein und immer und bei jeder ihrer Bewegungen sati42 zum Begleiter haben!
Bezüglich der Meditationspraxis lehrte er sie die fünf kammatthana, sowie auch andere kammatthana, entsprechend dem Charakter jedes einzelnen seiner Schüler. Während sie seinen Lehrreden lauschten, übten sie auch die Meditation von samadhi43 . Einigen seiner Schüler gelang es, ihr citta während seiner Lehrreden so vollkommen zur Stille zu bringen, dass sie während dieser Zeit im samadhi verweilen konnten, obwohl ihnen dies seit dem Tage, wo sie mit dem Praktizieren begonnen hatten, noch niemals widerfahren war. Es gab viele solche Bhikkhus und Novizen, die ihr Training unter dem Ehrwürdigen Lehrmeister aufnahmen und die Ergebnisse der Samadhi-Meditation direkt zu dem Zeitpunkt erfuhren, als sie dasaßen und seinen Lehrreden lauschten, obwohl ihre Erfahrungen, da diese abhängig vom Charakter sind, unterschiedlich und nur sehr selten identisch waren.
Den Lehrreden des Ehrwürdigen Lehrmeisters zu lauschen, war eine ausgezeichnete Möglichkeit, seinen Geist zur Ruhe zu bringen und ihn auf den beiden Gebieten von samadhi und panna, auf welcher Stufe auch immer, zu entwickeln. Wer noch nie Ruhe erfahren hatte, begann sie zu erfahren. Andere, die schon ein wenig Ahnung davon hatten, erfuhren mehr davon. Wer samadhi zu seinem Fundament machte, festigte langsam und stetig diese Basis. Jenen, die begonnen hatten, von panna Gebrauch zu machen, wurde, während sie seinen Lehrreden lauschten, von Zeit zu Zeit dabei geholfen. Wer bereits panna als seine Basis entwickelt hatte, konnte bei jeder Gelegenheit seine Weisheit in Tiefe und Feinheit ausbauen.
Nach einer Belehrung zerstreuten sich die Bhikkhus und begaben sich in die Abgeschiedenheit, um ihr Training in den verschiedenen Stellungen verstärkt fortzusetzen. Der Ehrwürdige Lehrmeister schrieb keine bestimmten Zeiten zum Ausruhen und Schlafen vor, sondern überließ es jedem Einzelnen, dies für sich selbst zu entscheiden. Denn es gab Unterschiede in ihren dhatu khandha44 in der Intensität ihrer Anstrengungen und in ihrer Entschlossenheit gegenüber den einzelnen Aspekten des Dhamma. Einige ruhten sich mehr des Nachts aus, während andere eine kurze Ruhepause während des Tages einlegten, um dann, mit nur wenig Ruhe und Schlaf, ihre Anstrengungen während der Nacht zu verstärken, oder manchmal, wenn sie außerordentlich beharrlich und fleißig waren, sich überhaupt keinen Schlaf zu gönnen. Der Ehrwürdige Lehrmeister überließ es deshalb ihnen selbst – d.h. jeder einzelne Praktizierende konnte für sich entscheiden, wann er sich ausruhte, schlief und sich trainierte.
Die fünf kammatthana und die dreizehn dhutanga-Übungen waren von außerordentlicher Wichtigkeit in der Art des Trainings des Ehrwürdigen Lehrmeisters. Es wäre nicht falsch, diese als die »Nabelschnur« des Trainings der Dhutanga Bhikkhus seiner Tradition zu bezeichnen. Immer und innerhalb kürzester Zeit lehrte er diese kammatthana und die Einhaltung der dhutangas diejenigen, die zu ihm zur Unterweisung kamen. Zum Beispiel, wenn gerade die trockene Jahreszeit war, lehrte er sie, im Schatten von Bäumen zu leben. Er unterwies sie, indem er sagte: „Jene großen Bäume da drüben sind voller Blätter – schattig und friedlich, ohne belästigende Geräusche .