Visakha Bucha
Heute feiern wir gemeinsam den Visakha-Buchatag (Visakha-Bucha). Dieser Tag ist ein wichtiges buddhistisches Fest, dass jedes Jahr zum Vollmond, des sechsten Mondmonats im Gedanken an Buddha gefeiert wird. Nach dem europäischen Kalender fällt dieses Fest in den Monat Mai. Es passierten 3 Ereignisse: die Geburt, Erleuchtung und das vollkommene Verlöschen von Buddha.
Buddhas Name lautete in der Palm-Sprache Siddharta Gotama, besser ist er bekannt in der Sanskrit-Version seines Namens Siddharta Gautama. Er lebte im sechsten Jahrhundert vor Christus in Nordindien. Sein Vater, Suddhodana, war der Herrscher des Königreichs der Sakyas (im heutigen Nepal). Er war ein wohlhabender Mann und betrieb, wie die meisten Leute, neben seinem Amt auch noch Landwirtschaft. Die Familie lebte in der Hauptstadt Kapilavatthu. Als seine Mutter hochschwanger war, machte sie sich auf dem Weg zu ihrem Elternhaus, um dort ihr Kind zu gebären. So war es Sitte damals. Der Knabe wurde aber bereits unterwegs in einem Wäldchen bei Lumbini bei einer Rast geboren. Siddharta Geburtsort ist deshalb nicht die Hauptstadt, sondern Lumbini, nordöstlich von Binares im heutigen Nepal. Eine Woche (in einer anderen Darstellung heißt es ein Jahr) nach seine Geburt starb seine Mutter Maya und die Schwester seiner Mutter zog ihn auf.
Wie es Brauch war, wurde Siddharta von seinen Eltern früh verheiratet. Die beiden Jungvermählten waren bei der Hochzeit sechzehn Jahre alt. Die Ehe blieb dreizehn Jahre kinderlos, bis dem Paar ein Sohn mit Namen Rahhula geboren wurde. Siddharta war damals 29 Jahre alt und spielte wahrscheinlich schon längere Zeit mit dem Gedanken, die Heimatlosigkeit eines Bettelmönchs anzunehmen und nach religiöser Erkenntnis zu streben. Dies wurde ihm vermutlich aber von seiner Familie nicht erlaubt, bevor er nicht einen männlichen Nachkommen hatte. Jedenfalls verließ er nach der Geburt seines Sohnes die Familie, um sich der religiösen Freiheitsbewegung anzuschließen. Für seine Frau und sein Kind war in der Großfamilie gesorgt. Die Beweggründe seines Fortgangs werden in einer Legende geschildert, nach der ihm auf seinen unerlaubten Streifzügen außerhalb des Fürstenpalastes hintereinander ein alter Mann, ein kranker Mann und schließlich ein Toter begegneten. So machte es sich erstmals Gedanken über das Alter, die Krankheit und dem Tod. Er wollte unbedingt mehr über das Leben und seine Begleitumstände wissen. Als er dann noch einem Wandermönch begegnete, der einfach gekleidet mit seiner Almosenschale daherkam, aber einen ruhigen und gelösten Blick hatte und ausschaute, als wisse er was er wolle, war es für Siddharta klar, dass auch er sich auf dem Weg machen musste, die weisesten Meister aufsuchen, um herausfinden , was es mit dem Leben auf sich hatte.
Siddharta wurde Bettelmönch, ging zu verschiedenen Meistern in die Lehre und übte sich in asketischen Techniken, um zu religiöser Erkenntnis zu gelangen. Nach jahrelangem Bemühen und rigoroser Hungeraskese, sah er ein, dass dies alles nichts nützte. Er gab schließlich die asketische Lebensweise auf, was ihm Verachtung seitens seiner Asketen-Kollegen eintrug. Er versuchte es mit meditativen Praktiken, und diese führten schließlich zum erfolg. In dieser Nacht des Jahres 528 v. Chr. hatte Siddharta, der 35 jährige Sohn des König von Kapilavatthu., die Erleuchtung (boddhi) erlangt, war er ein Buddha, ein <Erleuchteter> oder <Erwachter> geworden und damit aus dem Wiedergeburtenkreislauf erlöst. Die Tradition datiert das Ereignis (wie Siddharta Geburt) auf die erste Vollmondnacht im Monat Vesakha (Mai) und lokalisiert es bei Uruvela (heute Bodh-Gaya) unter einen bestimmten Assattha-, einen Pappelfeigenbaum (ficus Religionsa). Es war für ihn eine Spirituelle Erfahrung, in der er geistige Klarheit gewann und Zusammenhänge erkannte, von einem überwältigenden Glücksgefühl begleitet. Buddha wird auch in Kunst meist mit einem verklärten Lächeln dargestellt. Der Vesakha-Vollmond gilt daher als der höchste Feiertag, der Pappelfeigenbaum gilt einher als heiliger Baum der buddhistischen Welt und steht in allen buddhistischen Tempelbezirken, oft auch in hinduistischen. Er wird auch Boddhi-Baum (Baum der Erleuchtung) genannt.
Buddha fing an zu lehren und hatte bald großen Zulauf. Mit der Zeit gründete er für seine Anhänger eine Gemeinschaft, die Sangha, wie der buddhistische Mönchsorden heute immer noch genannt wird. Er gewann auch viele Laienanhänger, d.h. Leute, die nicht dem Mönchsorden beitraten, aber gern zu seinen Lehr-Reden kamen. Darunter waren alle Bevölkerungsschichten, von den Kastenlosen bis zu den reichen Kaufleuten und den Königen von Magadha und Koala. Buddha wandte sich gegen alle Kastenunterschiede. Einige Könige unterstützten ihn, indem sie ihm Parks schenkten, zum Teil mit Unterkünften, wo er mit seinen Mönchen während der Regenzeiten übernachten konnte. Während der Trockenzeiten zog er umher und lehrte. Während der Regenzeiten hielt er sich in diesen Parks oder sonst in einem geegneten Wald auf oder besuchte seine Familie. Er galt als einer der bedeutendsten Redner seiner Zeit und war bis zu seinem Tod im Alter von 80 Jahren ( wahrscheinlich um 483 v. Chr.) als Lehrer und Redner unterwegs. Als Todesursache nimmt man eine Lebensmittelvergiftung durch eine Speise an, die ihm seine Freunde zubereiteten, um etwas Besonderes für ihn anzubieten. Er verhielt sich dabei der Sitte entsprechend, kein Essen gering zu schätzen, indem man es zurückwies, sondern zumindest ein wenig davon zu sich zu nehmen.Buddha, das ist der Erleuchtete oder Erwachte, ist das Symbol des Frieden, ist das Symbol des Ziels, ist das Symbol des Nibbana (Erlöschen). Buddha war nur ein Mensch und erhob nicht den Anspruch auf Inspirierung durch einen Gott oder irgend eine äußere Macht.
Er schrieb seine ganze Vollendung, sein Wissen und seine Leistungen menschlicher Bemühung und menschlicher Intelligenz zu. Nur ein Mensch kann ein Buddha werden. Jeder Mensch hat in sich die Möglichkeit dazu, wenn er nur will und danach strebt. Wir können Buddha einen Menschen parexellence nennen. Er war so vollkommen in seiner Menschlichkeit, dass er später in der Volkreligion fast als ein “Übermensch’’ betrachtet wurde.
Der Buddhismus weist dem Menschen die höchste Stellung unter allen Wesen zu. Der Mensch ist sein eigener Herr und es gibt kein höheres Wesen und keine höhere Macht, die über sein Geschick entscheidet.
“Man ist seine eigene Zuflucht, wer sonst könnte die Zuflucht sein’’, sagte Buddha und ermahnte seine Schüler, niemals Zuflucht und Hilfe bei irgend einem anderen zu suchen. Er lehrte, ermutigte und spornte jeden persönlich an, sich selbst zu entwickeln und an seiner eigenen Befreiung zu arbeiten, denn der Mensch hat die Kraft in sich, sich selbst durch eigne, persönliche Anstrebung und Intelligenz von allen Fesseln zu befreien. Buddha sagte: Ihr selbst müsst streben heißen Sinns, Erwachte sind Verkünder nur. Wenn Buddha überhaupt ein “Erlöser’’ genannt werden soll, dann nur in dem Sinn, dass er den Weg zur Erlösung, Nibbana entdeckt und gezeigt hat. Aber wir selbst müssen den Weg gehen. Mit diesem Grundsatz persönlicher Verantwortlichkeit gewährte Buddha seinen Schülern Freiheit. Er betonte, es gäbe in seiner Lehre keinen esoterischen Gehalt, und nichts sei in der geschlossenen Faust des Lehrers verborgen und niemals habe er irgendetwas zurückgehalten. Die von Buddha eingeräumte Gedankenfreiheit hat nichts Vergleichbares in anderen Religionen. Sie ist ein notwendiger Bestandteil seiner Lehre, weil die Befreiung des Menschen davon abhängt, dass er die Wahrheit in sich selbst verwirklicht, nicht aber von der wohlwollenden Gnade eines Gottes oder irgendeiner äußeren Macht als Belohnung für gehorsames Verhalten. Buddha ging noch weiter. Er erklärte den Bhikkhus (Mönchen), ein Schüler sollte sogar den Buddha selbst kritisch prüfen, damit er, der Schüler, zur völligen Gewissheit über den wirklichen Wert des Lehrers gelange, dem er folge.
Nicht nur die Gedankenfreiheit, sondern auch die Duldsamkeit, der Buddha lehrte, muss einen Studenten der vergleichenden Religionswissenschaft in Erstaunen versetzen. Man sollte nicht nur seiner eigenen Religion Ehre erweisen und die der anderen verdammen, sondern man sollte aus verschiedenen Gründen auch die Religionen anderer ehren. Wenn man so handelt, dann fördert man das Wachstum der eigenen Religion und dient zugleich der Religion der anderen.
Handelt man nicht so, dann gräbt man der eigenen Religion das Grab und fügt zugleich den anderen Religion Schaden zu. Wer immer seine eigene Religion ehrt und andere Religion verdammt, erreicht nur, dass er seiner eigenen Religion schwersten Schaden zu. Daher ist Eintracht notwendig. Alle sollen zuhören, was andere bekennen. Wir wollen hier hinzufügen, dass der Geist mitfühlenden Verstehen heutigen Tages nicht nur auf dem Gebiet religiöser Lehren, sondern auch auf anderen Gebieten angewandt werden sollte.
Dieser Geist der Duldsamkeit und Verstehens ist von Anfang an eines der Ideale gewesen, das in der buddhistischen Kultur am meisten Anwendung und Pflege gefunden hat. Daher gibt es in der 2549 Jahre langen Geschichte seiner Verbreitung kein einziges, Beispiel von Verfolgung und Blutvergießen bei der Bekehrung Andersgläubiger zum Buddhismus. Friedlich breitete sich der Buddhismus über den ganzen asiatischen Raum und alle Welt aus mit dem Ergebnis, jede Art der Gewaltanwendung, welchen Vorwandes sie sich auch bedienen mag, steht ganz und gar im Gegensatz zu der Lehre der Buddhas. Das sind einige der wichtigsten Themen.