Kurzbiographie des Buddha
Von Dr. med. Suam Choke Kanokvichitra
Prinz Siddhattha, der spätere Buddha, wurde etwa 600 Jahre vor Christus in Nordindien, unweit vom Himalaja gelegen, geboren. Er gehörte zum Geschlecht der Sakyas aus der Gautama?Familie. Der Name "Siddhattha" bedeutet "der das Ziel erreicht hat".
Sein Vater, Suddhodana, war der König von Kapilavastu, seine Mutter die Königin Maha Maya. Die Ehe seiner Eltern blieb anfänglich kinderlos. Die Legende berichtet, dass Königin Maha Maya, die später in mehreren Ehemonaten stets Enthaltsamkeit geübt hatte, im Traum einen weißen Elefanten sah, der ihr eine Lotusblüte aus dem Silber und Goldberg brachte. Am nächsten Morgen fühlte sich die Königin durch den Traum völlig verwandelt, wusste ihn jedoch nicht zu deuten. Man rief daher einen Sterndeuter herbei, der die Geburt eines Sohnes weissagte.
Als Königin Maha Maya die Stunde der Geburt nahen fühlte, begab sie sich nach Landessitte vom Haus ihres Gatten zu ihrem elterlichen Haus in Devathaha und ruhte unterwegs mit ihren Begleiterinnen im Hain vom Lumpini aus. Es war die erste Vollmondnacht im sechsten Mondmonat. Die schönsten Bäume im Lumpimihain waren voller Knospen und Blüten. Es war die schönste Zeit des Jahres. Die Königin Maha Maya weilte unter einem Salabaum, der ebenfalls im voller Blüte stand. Sie war von dieser Schönheit der Natur so entzückt, dass sie den rechten Arm hob, um nach einem Zweig des Salabaums zu greifen. In dem Augenblick wurde der Prinz Siddhattha geboren. Die Sage erzählt, dass unmittelbar nach seiner Geburt Prinz Siddhattha sieben Schritte ging. Wohin aber Prinz Siddhattha trat, da kamen Lotusblüten zum Vorschein. Er sprach die Worte: "Ich wurde geboren, um die Erleuchtung zu erlangen, und alle Lebewesen von ihren Leiden zu befreien".
Noch in der gleichen Nacht kehrten Mutter und Sohn in den Palast des Vaters zurück. Der alte Asket Asita, welcher der Seher war, erkannte aus Wunderzeichen, dass in der großen Stadt Kapilavastu, im Hause des Königs Suddhodana, ein Knabe mit zweiunddreißig Merkmalen des großen Mannes geboren worden war, und ging zum Palast des Königs Suddhodana, um den Knaben zu sehen. Als der Asket Asita den Knaben betrachtete, entdeckte er auf seinem Körper die zweiunddreißig Zeichen des "großen Mannes". Asita prophezeite, dass derjenige, der diese Zeichen trägt, nur zwei Wege einschlagen kann: Verweilt er im weltlichen Leben, so wird er ein mächtiger Herrscher der Welt; zieht er aber in die Heimatlosigkeit, wird er ein vollkommen Erleuchteter.
Sieben Tage nach der Geburt Siddhatthas starb Königin Maha Maya, und von da an betreute Mayas kluge Schwester Mahapajapati den kleinen Prinzen. Der junge Prinz Siddhattha wuchs im Liebe umgeben auf. Als er das Schulalter erreicht hatte, besuchte er die Bildungsanstalt des Lehrers Vischvamitra. Der junge Prinz war der beste Schüler des Königreichs. Sein Vater unterrichtete ihn in der Kunst des Schwerkampfes, das Bogenschießen, sowie in der Waffenkünsten. Er bewies auch im sportlichen Übungen und im Zweikampf eine große Überlegenheit. Der Vater Suddhodana befahl, vor den Augen seines Sohen müsste alles Unangenehme und Schlimme verborgen bleiben, weil er nicht wollte, dass sein Sohn einen religiösen Lebensweg wählte. Dem damaligen Brauch entsprechend wurde er im Alter von sechzehn Jahren mit einer fast gleichaltrigen Kusine, der Prinzessin Yasodhara, verheiratet.
Im Alter von 29 Jahren erlebte der Prinz eine Verwandlung. Bei seinen Ausfahrten in die Parkanlagen vor der Stadt traf er auf einen hilflosen Greis, einen Schwerkranken, einen Leichnam und einen Asketen. Nun wusste er, dass Alter, Krankheit und Tod die unausweichlichen Folgen des menschlichen Lebens sind. Er erkannte die Vergänglichkeit irdischen Lebens und die damit verbundenen Leiden. Er beschloss, als Asket in die Welt zu ziehen. Im Alter von 29 Jahren nahm der Prinz Siddhattha Abschied von seiner Frau und seinem Sohn und wurde Asket.
Zusammen mit fünf Schülern des Yogi ließ er sich am Neranjara Fluß in Uruvela im Staat Bihar, in der Nähe des heutigen Gaya, nieder. Nach sechs Jahren der Selbstkasteiung und des Fastens in Verbindung mit Kontemplationsübungen erkannte er, dass dieser Weg die Erleuchtung doch nicht erzwingen konnte. Durch Fasten war er bis zum Skelette abgemagert und völlig entkräftet. Er gab die Selbstkasteiung und das strenge Fasten auf und begann wieder, die Nahrung zu sich zu nehmen. Sein ausgemergelter Körper hatte sich wieder erholt, und seine Kräfte kehrten auch wieder zurück, und sein Gesicht gewann wieder die leuchtende Farbe von ehedem. Nun wandten sich die fünf Gefährten enttäuscht von ihm ab und gingen nach Benares.
Am Morgen des Vollmondtages im sechsten Mondmonat, auf dem Tag genau fünfunddreißig Jahre nach seiner Geburt, erbarmte sich eine junge Frau namens Sujata, die hübsche Tochter des Ältesten aus dem nahen Dorf und bot ihm eine Schale mit der köstlichsten Speise von im Rahm gekochtem und mit Wildhonig gesüßtem Reis an, und er stärkte sich damit. Nach dem Essen wandte er sich dem Fluss Neranjara zu, um zu baden und sich von allen Unreinheiten zu befreien. Gegen Abend begab er sich zum Bodhi Baum. Auf seinem Weg zu dem Bodhi Baum bekam er Kusha Gras von einem Schnitter namens Swastika geschenkt. Er breitete nun ein Bündel Gras am Fluss des Bodhi Baumes aus und ließ sich im Meditationshaltung auf diesem dünnen Grasteppich mit dem Gesicht nach Osten, zum Fluss Neranjara, nieder. Dann gelobte er, unter diesem Baum so lange sitzen zu bleiben, bis er die Erleuchtung fand, die Freiheit von allem Leiden. Selbst wenn es so lange dauerte, dass ihm das Fleisch von dem Knochen abrottete. Als der Geist durch die Versenkungen ganz rein und klar geworden war, kam die Erleuchtung. Dort in Uruvela, unter Bodhi?Baum am Fluss Neranjara, war aus dem "Prinzen" Sieddhattha, der als Asket sechs Jahre lang vergeblich suchte, der "Erleuchtete" geworden, das heißt in seiner Sprache zum "Buddha".
Die "Vier Edlen Wahrheiten" sind der Kern der Lehre des Buddha. Die erste edle Wahrheit ist die Wahrheit vom Leiden. Die erste Wahrheit lehrt, dass unser gesamtes Dasein vergänglich ist und deshalb leidvoll. Geburt ist Leiden. Alter ist Leiden. Tod ist Leiden. Mit Unliebem vereint sein ist Leiden. Von Liebem getrennt sein ist Leiden. Nicht erlangen, was man begehrt, ist Leiden. Kurz: Festhalten am Irdischen ist Leiden. Die zweite edle Wahrheit ist die Wahrheit von der Entstehung des Leidens: Die zweite Wahrheit lehrt, dass alles Leiden, also unser ganzes Dasein, durch Begehren bedingt ist. Die Leidensursache ist das Begehren. Das ist der Durst nach Leben, der von Wiedergeburt zu Wiedergeburt führt, der Durst nach Lust, der Durst nach Werden z. B. der Durst nach Macht. Die dritte edle Wahrheit ist die Wahrheit von der Aufhebung des Leidens. Die dritte Wahrheit lehrt, dass durch Erlöschung des Begehrens es notwendigerweise zur Erlöschung der Wiedergeburt und des Leidens kommen muss. Die vierte edle Wahrheit ist die Wahrheit vom Weg, der zur Aufhebung des Leidens führt. Der Weg besteht im Edlen Achtfachen Pfad. Es heißt: 1. Rechte Erkenntnis, z. Rechte Gesinnung, 3. Rechte Rede, 4. Rechte Tat, S. Rechter Lebenserwerb, 6. Rechte Anstrengung, 7. Rechte Achtsamkeit, B. Restes Sichtversenken. Dieser Weg wird als der "Mittlere Pfad" bezeichnet.
Das Endziel alles buddhistischen Strebens ist der Eingang ins Nirwana.
Nirwana bedeutet: das restlose Verlöschen von Gier, Hass, und Verblendung und damit die endgültige Befreiung von allen dürftigen Wiedergeburten, von Altern und Sterben. Die ersten Menschen, denen Buddha seine Lehre verkünden wollte, waren seine beiden Meditationslehrer, Alara Kalama und Uddaka Ramaputta, aber es stellte sich heraus, dass beide schon gestorben waren. Dann nahm er sich vor, seine fünf Gefährten ? die "fünf Asketen" ? zu lehren. Er begab sich nun nach Sarnath bei Benares, wo er im Rehpark die "fünf Asketen " wiedertraf. Vor "fünf Asketen" hielt der Buddha seine erste Lehrrede: das Dhamma?cakkapavadana?Sutta, die Lehrrede, die das Rad des Dhamma ins Pollen gebracht hat. Es war die Lehrrede über die Vier Edlen Wahrheiten und den Edlen Achtfachen Pfad.
Nachdem die "fünf Asketen " die Predigt gehört hatten, glaubten sie an das Dhamma. Die "fünf Asketen wurden die ersten Mitglieder seines Mönchsordens. Bald danach bekehrte sich Yashas, der Sohn eines reichen Kaufmannes in Benares, zu Buddhas Lehre. Alsbald erstand in ihm klare und vollkommene Schau des Dhamma und er wurde Arhat. Später kamen noch etliche seiner Freunde, die auch vom Buddha gehört hatten, und alle fanden die Befreiung von ihren Unreiheiten und wurden Arahats. Da waren es schon sechzig Mitglieder seines Mönchsordens, die Arahats wurden.
Der Buddha versammelte die Arahats um sich und sprach: Ihr Bhikkhus, ich bin frei von allen Fesseln, von menschlichen wie von göttlichen. Ihr seid genauso wie ich. Geht nun und zieht umher zum Wohl und Glück der vielen Menschen. Lehrt den Dhamma, der am Anfang gut ist, in der Mitte gut ist und am Ende gut ist, lehrt ihn den Worten und dem Sinn nach. Legt das heilige Leben dar, das ganz und gar vollkommen und rein ist. Es gibt Wesen, die nur wenig Kilesa (die den Geist trübenden Leidenschaften, Geistesplagen, besonders Begierde, Hass und Verblendung) haben und verloren sind, wenn sie nicht den Dhamma hören. Manche werden verstehen.
Die erste Regenzeit nach seiner Erleuchtung verbrachte der Buddha im Rehpark von Isipatana in der Nähe von Benares. Nach der Regenzeit kehrte er direkt nach Uruvela zurück. Seine sechzig Schüler sandte der Buddha aus, um seine Lehre in ganz Indien zu verbreiten. Der Buddha kam in Uruvela an. Zu der Zeit lebten tausend bramanische Asketen, mit verfilzten Haaren, unter Führung von drei Brüdern Kashyapa. Diese pflegten in einer Waldhütte die Feueropfer darzubringen. Als der Buddha seine Lehren dargelegt hatte, wurden all die Filzhaar Asketen (die drei Lehrer und ihre Anhänger) durch das Schwinden des Anhaftens von ihren Befleckungen (Leidenschaften, die den Geist trüben, Kilesa) befreit. Nachdem sie die Predigt gehört hatten, glaubten sie an Dhamma. So wurden sie nun alle Arahats.
Danach setzte der Buddha in Begleitung seiner tausenddrei Arahat?Schüler die Wanderung fort, bis er die Stadt Rajagrha erreichte. Rajagrha, die Hauptstadt Magadhas, wurde von König Bimbisara regiert, der die wachsende buddhistische Gemeinde und ihr Oberhaupt förderte. Der König Bimbisara lud den Buddha und seine Arahat?Schüler zum Essen in seinen Palast ein. Nachdem der König den Mönchen eigenhändig das Mahl auftrug, sprach der König von dem geeigneten Ort für die Zurückgezogenheit des Buddha. Es empfand den Bambushain Veluvans als geeignet dafür, weil dieser Ort ein schöner Ort war, weit genug entfernt von der lärmenden Geschäftigkeit der Stadt und doch auch nah genug, um dort den Almosengang zu machen. Der König erhob sich zur feierlichen Gabe. Er sprach Worte zur Bekräftigung der Schenkung des Bambushains Veluvana und goss aus einem goldenen Krug Wasser über die Hände des Buddha. Der Buddha nahm die Gabe an. Anschließend begab er sich zum Bambushain Veluvana und lebte dort. Das Wat (der buddhistische Tempel) im Bambushain Veluvana war das erste buddhistische Wat.
Zu dieser Zeit lebten in der Nähe von Rajagrha zwei junge Brahmanen namens Sarirutta und Moggallana in einer Gemeinschaft wandernder Asketen. Zweihundertfünfzig Wandermönche unter Führung von Sariputta und Moggallana kamen zu Buddha und baten um die Mönchsweihe. Nachdem sie die Predigt gehört hatten, glaubten sie die Predigt gehört hatten, glaubten sie an das Dhamma, und ihr Geist wurde von Unreinheiten befreit. Alle zweihundertfünfzig Wandermönche wurden Arahats. Für Sariputta und Moggallana, dauert es länger, zu demselben Ergebnis zu gelangen: Moggallana wurde sieben Tage später nach seiner Möndchsweihe zum Arahat, Sariputta noch eine Woche später. In den folgenden Jahren erwies sich Sariputta als derjenige, der unter den Schülern des Buddha, der alle anderen die Einsicht übertraf, während Moggallana wie kein anderer übernatürliche Kräfte besaß. Zusammen waren sie bekannt als das "vortreffliche Paar" unter den Schülern des Buddha.
Am Vollmondtag im dritten Mondmonat, neun Jahre nach der Erleuchtung, befand sich Buddha im Bambushain Veluvana in der Nähe von der Stadt Rajagrha. An diesen Tag fand eine große Versammlung der Schüler des Buddha statt, die durch vier Besonderheiten charakterisiert wird: 1. Die Versammlung fand am Vollmondtag des Dritten Mondmonats stau z. 1250 Mönche kamen ohne vorherige Verabredung zur Versammlung. 3.Diese Mönche waren Arahats (die erleuchteten Mönche). 4. Die Mönchsweihe für die erleuchteten Mönche wurde durch Buddha persönlich durchgeführt. Der Buddha sah jetzt die Zeit gekommen, in aller Form 227 Verhaltensregeln für die Mönchsgemeinde niederzulegen, die an allen Vollmond? und Neumondtagen vor der versammelten Mönchsgemeinde vorgetragen werden sollten. So verkündete er also den Patimokkha (das Register der Ordensvergehen) auf dieser großen Mönchsversammlung. Das Wesentliche des Patimokkha ist: "Enthaltet euch aller abträglichen Taten, übt die guten Taten, läutert euren Geist`: Das ist die Lehre des Buddha.
Zur Erinnerung an die Predigt des Buddha vor 1250 erleuchteten Mönchen, die sich ohne vorherige Verabredung am Vollmondtag im dritten Mondmonat bei ihm einfanden, um ihm zu huldigen und ihm anzuhören, wird jedes Jahr das Makkha?Bucha?Fest im Februar gefeiert. In dieser Vollmondnacht findet um das Gebäude jedes Tempels Lichterprozessionen mit Kerzen statt, an denen zahlreiche Menschen teilnehmen. Zum Zeitpunkt der Erleuchtung war der Buddha 35 Jahre alt. Es folgten 45 jahre unermündlicher Lehrtätigkeit, und im Alter von 80 Jahren erreichte er in Kusinara den Frieden des vollkommenen Nirvana. In der Zeit hat er durch seine Lehren, und Predigten, sein religiöses und soziales Gedankengut, durch seine Philosophie, die Grundlagen zu einem der großen Denksysteme der Menschheit gelegt.
Die Buddhisten halten an der Doktrin vom Karma (Summe der guten und schlechten Taten in der Auswirkung auf die nächste Daseinsform) fest, nach dem der Mensch unter dem Gesetz der Ursache und Wirkung wiedergeboren wird. Das ist Samsara (Kreislauf des Daseins oder Wiedergeburten). Samsara wird sein, solange Gier (lobha), Hass (dosa) und Verblendung (moha) im Individuum nicht erloschen sind. Die Entstehung von Hass und Ärger (dosa) wird durch Gier (lobha) bedingt. Wir wollen nicht verlieren, was uns lieb ist und was wir begehren. Und wenn es dennoch geschieht sind wir traurig. Auch Traurigkeit ist "Dosa" ist "Akusala" (eine unheilsame Wurzel). Gier (lobha) sowohl wie Hass und Ärger (dosa) sind stets mit Verblendung verbunden, da die Verblendung (moha) die primäre Wurzel allen Übels ist.
Der Buddhismus rät allen Menschen, ihr Handeln an den fünf Tugendregeln auszurichten.
1. Kein Lebewesen töten
2. nichts nehmen, das einem nicht gegeben wurde
3. keinen sexuellen Missbrauch treiben
4. nicht lügen
S. keine berauschenden Mittel nehmen (Alkohol und Drogen)
Symbole des Buddismus sind das Rad der Lehre, der Baum der Erleuchtung und der Lotus als Zeichen der Reinheit.
Soviel in groben Zügen zur Lebensgeschichte des Buddha und seiner Lehre. Abschließend ein Spruch aus der buddhistischen Schrift: "Lokopatthambha metta". Die liebende Güte ist Grundlage für ein friedliches Zusammenleben der Menschen in unserer Welt, so dass sie ohne Angst und frei von Besorgnis leben können. Mögen die drei Juwelen (Buddha, Dhamma und Sangha) Sie schützen und begleiten. Mögen alle Lebewesen glücklich sein.