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Matte Müde hat er verworfen, von matter Müde ist er frei; das Licht liebend, einsichtig,     klar bewußt, läutert er sein Herz von matter Müde.
Stolzen Unmut hat er verworfen, er ist frei von Stolz; innig beruhigten Gemütes läutert er sein Herz von stolzem Unmut.
Den skeptischen Zweifel hat er verworfen, der Ungewißheit ist er entronnen; er zweifelt nicht am Guten, vom skeptischer Zweifel läutert er sein Herz.

"Er hat nun diese fünf Hemmungen aufgehoben, hat die Schlacken des Gemütes kennengelernt, die lähmenden; gar fern von Begierden, fern von unheilsamen Dingen lebt er in sinnend gedenkender ruhegeborener seliger Verzückung, in der Weihe der ersten Schauung.
"Weiter sodann, ihr Mönche: nach Vollendung des Sinnens und Gedenkens erwirkt der Mönch die innere Meeresstille, die Einheit des Gemütes, die von sinnen, von gedenken freie, in der Einigung geborene selige Verzückung, die Weihe der zweiten Schauung.
"Weiter sodann, ihr Mönche: in heiterer Ruhe verweilt der Mönch gleichmütig, einsichtig, klar bewußt, ein Glück empfindet er im Körper, von dem die Heiligen sagen: 'Der gleichmütig Einsichtige lebt beglückt'; so erwirkt er die Weihe der dritten Schauung.
"Weiter sodann, ihr Mönche: nach Verwerfung der Freuden und Leiden, nach Vernichtung des einstigen Frohsinns und Trübsinns erwirkt der Mönch die Weihe der leidlosen, freudlosen, gleichmütig einsichtigen vollkommenen Reine, die vierte Schauung.
"Erblickt er nun mit dem Gesichte eine Form, so verfolgt er nicht die angenehmen Formen und verabscheut nicht die unangenehmen, gewärtig des Wesens der Körperlichkeit verweilt er unbeschränkten Gemütes und gedenkt, der Wahrheit gemäß, jener Gemüterlösung, Weisheiterlösung, wo seine bösen, schlechten Eigenschaften sich restlos auflösen.
So hat er sich von Befriedigung und Unbefriedigung losgelöst, und was für ein Gefühl er auch fühlt, ein freudiges oder leidiges oder weder freudig noch leidiges, dieses Gefühl hegt er nicht und pflegt er nicht und klammert sich nicht daran.
Während er das Gefühl nicht hegt und nicht pflegt und sich nicht daran klammert löst jenes Genügehaben bei den Gefühlen sich auf.
Durch Auflösung jenes Genügens wird Anhangen aufgelöst, durch Auflösung des Anhangens wird Werden aufgelöst, durch Auflösung des Werdens wird Geburt aufgelöst, durch Auflösung der Geburt wird Alter und Tod aufgelöst, Schmerz und Jammer, Leiden, Trübsal, Verzweiflung gehen zugrunde: also kommt dieses gesamten Leidensstückes Auflösung zustande.
"Hört er nun mit dem Gehöre einen Ton,

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"Riecht er nun mit dem Geruche einen Duft,
"Schmeckt er nun mit dem Geschmacke einen Saft,
"Tastet er nun mit dem Getaste eine Tastung,
"Erkennt er nun mit dem Gedenken ein Ding,
so verfolgt er nicht die angenehmen Dinge und verabscheut nicht die unangenehmen, gewärtig des Wesens der Körperlichkeit verweilt er unbeschränkten Gemütes und gedenkt, der Wahrheit gemäß, jener Gemüterlösung, Weisheiterlösung, wo seine bösen, schlechten Eigenschaften sich restlos auflösen.
So hat er sich von Befriedigung und Unbefriedigung losgelöst, und was für ein Gefühl er auch fühlt, ein freudiges oder leidiges oder weder freudig noch leidiges, dieses Gefühl hegt er nicht und pflegt er nicht und klammert sich nicht daran.
Während er das Gefühl nicht hegt und nicht pflegt und sich nicht daran klammert löst jenes Genügehaben bei den Gefühlen sich auf.
Durch Auflösung jenes Genügens wird Anhangen aufgelöst, durch Auflösung des Anhangens wird Werden aufgelöst, durch Auflösung des Werdens wird Geburt aufgelöst, durch Auflösung der Geburt wird Alter und Tod aufgelöst, Schmerz und Jammer, Leiden, Trübsal, Verzweiflung gehn zugrunde: also kommt dieses gesamten Leidensstückes Auflösung zustande.
 "Dies, meine Mönche, bewahret, kurzgefasst, unter dem Namen 'Erlösung durch Versiegung des Durstes'.
Den Mönch Sati aber, den Fischersohn, betrachtet als in des Durstes gewaltiges Netz, in des Durstes Koppel verstrickt."
Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

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S.56.31. Simsapā
Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Kosambi im Simsapā-Walde. Da nun nahm der Erhabene wenige Simsapā-Blätter in die Hand und wandte sich an die Mönche:
"Was meint ihr, ihr Mönche: Was ist wohl mehr: Die wenigen Simsapā-Blätter in meiner Hand oder die da oben im Simsapā-Walde?"
"Gering, sind die wenigen Simsapā-Blätter in der Hand des Erhabenen, o Herr, viel mehr sind die vielen da aber im Simsapā-Walde. Ganz ebenso, ihr Mönche, gibt es viel mehr, was ich überblickt und nicht offenbart habe, und was ich offenbart habe, ist gering. Was ist das aber, was ich nicht offenbart habe, ihr Mönche? Was da, ihr Mönche, nicht heilsam ist, nicht urasketentümlich, was nicht zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur Erwachung, zum Nirvāna führt. Das ist von mir nicht offenbart worden.
Was ist das aber, was ich offenbart habe? 'Das ist das Leiden, das ist die Leidensentwicklung, das ist die Leidensauflösung, das ist das zur Leidensauflösung führende Vorgehen'. Das ist von mir offenbart worden. Und warum ist dies von mir offenbart worden? Weil es, ihr Mönche, heilsam ist, urasketentümlich, weil es zum Nichts-daran-finden, zur Entreizung, zur Auflösung, zur Beruhigung, zum Überblicken, zur Erwachung, zum Nirvāna führt. Daher habe ich es offenbart. Da habt ihr euch denn, meine Mönche, dafür anzustrengen".

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Digha Nikāya - Die Längere Sammlung
Pātika Vagga - Buch des Pātikaputto
Dritter Teil - Fünfte Rede
28. Sampasādanīya Sutta, Um klar zu werden

DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Nālanda, am Saume des Mangowaldes der Stadt Pāvā. Da ist denn der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen hingekommen, hat den Erhabenen ehrerbietig begrüßt und sich beiseite gesetzt. Beiseite sitzend hat dann der ehrwürdige Sāriputto zum Erhabenen also gesprochen:
«So klar geworden bin ich, o Herr, am Erhabenen: es war nicht und es wird nicht sein und ist auch gegenwärtig nicht ein anderer Asket oder Priester reicher als der Erhabene an Weistum, und zwar im Erwachtsein.»
«Gewaltig ist, Sāriputto, das kühne Wort, das du gesprochen, schlechthin behauptet, als Löwenruf hast erschallen lassen: <So klar geworden bin ich, o Herr, am Erhabenen: es war nicht und es wird nicht sein und ist auch gegenwärtig nicht ein anderer Asket oder Priester reicher als der Erhabene an Weistum, und zwar im Erwachtsein'; wie denn, Sāriputto: die da in vergangenen Zeiten Heilige, vollkommen Erwachte waren, alle jene Erhabenen hast du im Geiste geistig erfassend erkannt: <Also gelebt hatten jene Erhabenen, so und so, also gelehrt, also gewußt, also geweilt, also erlöst waren jene Erhabenen, so und so>?»
«Das wohl nicht, o Herr.»
«Wie aber, Sāriputto: die da in künftigen Zeiten Heilige, vollkommen Erwachte sein werden, alle jene Erhabenen hast du im Geiste geistig erfassend erkannt: <Also leben werden jene Erhabenen, so und so, also lehren, also wissen, also weilen, also erlöst sein werden jene Erhabenen, so und so>?»
«Das wohl nicht, o Herr.»
«Wie aber, Sāriputto: hast du gegenwärtig mich als Heiligen, vollkommen Erwachten im Geiste geistig erfassend erkannt: <Also lebt der Erhabene, so und so, lehrt also, weiß also, weilt also, also erlöst ist der Erhabene, so und so>?»
«Das wohl nicht, o Herr.»

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«So hast du eben da, Sāriputto, von den vergangenen, künftigen, gegenwärtigen Heiligen, vollkommen Erwachten keine geistig durchdringende Kunde: wie denn also nur, Sāriputto, konntest du das gewaltige Wort, kühne Wort sprechen, schlechthin behaupten, als Löwenruf erschallen lassen: 'So klar geworden bin ich, o Herr, am Erhabenen: es war nicht und es wird nicht sein und ist auch gegenwärtig nicht ein anderer Asket oder Priester reicher als der Erhabene an Weistum, und zwar im Erwachtsein'?»
«Freilich gibt es, o Herr, von den vergangenen, künftigen, gegenwärtigen Heiligen, vollkommen Erwachten keine solche geistig durchdringende Kunde: gleichwohl hab' ich folgerecht erkannt. - Gleichwie etwa, o Herr, als wenn an des Königs Grenzen eine Burg steht, mit mächtigem Walle, mächtigen Mauern und Zinnen, und einem Eingang: da sei ein Torhüter, klug, erfahren, besonnen, der Unbekannte abweist, Bekannte einläßt. Der würde, indem er rings um die Festung im Kreisweg herumschritte, keinen Spalt in der Mauer, keinen Schlitz in der Mauer bemerken, nicht einmal um ein Kätzchen durchschlüpfen zu lassen, so daß er sich sagte: <Was auch immer für größeres Wesen diese Burg betreten oder verlassen will, ein jedes muß eben durch dieses Tor eintreten oder austreten.> Ebenso nun auch, o Herr, hab' ich folgerecht erkannt: die da, o Herr, in vergangenen Zeiten, Heilige, vollkommen Erwachte waren, alle jene Erhabenen hatten die fünf Hemmungen (nivarana) aufgehoben, die Schlacken des Gemütes kennen gelernt, die lähmenden, hatten bei den vier Grundlagen der Achtsamkeit (satipatthana) den Geist wohlaufgepflanzt, die sieben Erweckungen (bojjhanga) der Wahrheit gemäß erwirkt, waren in der unvergleichlichen vollkommenen Erwachung auferwacht. Und die da, o Herr, in künftigen Zeiten Heilige, vollkommen Erwachte sein werden, alle jene Erhabenen werden die fünf Hemmungen aufheben, die Schlacken des Gemütes kennenlernen, die lähmenden, bei den vier Grundlagen der Achtsamkeit den Geist wohlaufpflanzen, die sieben Erweckungen der Wahrheit gemäß erwirken, werden in der unvergleichlichen vollkommenen Erwachung auferwachen. Der Erhabene aber, o Herr, hat jetzt als Heiliger, vollkommen Erwachter die fünf Hemmungen aufgehoben, die Schlacken des Gemütes kennen gelernt, die lähmenden, hat bei den vier Grundlagen der Achtsamkeit den Geist wohlaufgepflanzt, die sieben Erweckungen der Wahrheit gemäß erwirkt, ist in der unvergleichlichen vollkommenen Erwachung auferwacht.
«Einst war ich, o Herr, zum Erhabenen gekommen um die Lehre zu hören. Da hat mir, o Herr, der Erhabene die Lehre dargelegt, weiter und weiter, inniger und inniger, mit ihren Teilen von dunkel und licht. Je mehr und mehr nun, o Herr, der Erhabene die Lehre dargelegt hat, weiter und weiter, inniger und inniger, mit ihren Teilen von dunkel und licht, desto mehr und mehr hab' ich bei dieser Lehre Hellsicht erlangt und schon ein Ding bei den Dingen sicher herausgefunden, bin am Meister klar geworden: <Vollkommen erwacht ist der Erhabene, wohlkundgetan vom Erhabenen die Satzung, wohlvertraut die Jüngerschaft.>
«Ferner aber, o Herr, ist das unübertrefflich, wie der Erhabene die Lehre darlegt an heilsamen Dingen. Da sind dies die heilsamen Dinge, und zwar: die vier Grundlagen der Achtsamkeit, die vier gewaltigen Kämpfe, die vier Machtgebiete, die fünf Fähigkeiten, die fünf Vermögen, die sieben Erweckungen, der heilige achtfältige Weg. Da kann, o Herr, ein Mönch den Wahn versiegen lassen und die wahnlose Gemüterlösung, Weisheiterlösung noch bei Lebzeiten sich offenbar machen, verwirklichen und erringen. Das ist, o Herr, unübertrefflich an heilsamen Dingen, das hat der Erhabene restlos verstanden; und weil das der Erhabene restlos verstanden hat, gibt es darüber hinaus nichts mehr zu verstehen, wobei etwa ein anderer Asket oder Priester reicher als der Erhabene an Weisheit wäre, und zwar bei heilsamen Dingen.