-51-

Durch den Geschmack und die Säfte entsteht Bewußtsein: gerade 'Schmeckbewußtsein' kommt da zustande.
Durch das Getast und die Tastungen entsteht Bewußtsein: gerade 'Tastbewußtsein' kommt da zustande.
Durch das Gedenken und die Dinge entsteht Bewußtsein: gerade 'Denkbewußtsein' kommt da zustande.
Gleichwie etwa Feuer, ihr Mönche, aus was für einem Grund es brennt, gerade durch diesen und nur durch diesen zustande kommt: durch Holz wird es genährt und gerade 'Holzfeuer' kommt da zustande, durch Reisig wird es genährt und gerade 'Reisigfeuer' kommt da zustande, durch Heu wird es genährt und gerade 'Heufeuer' kommt da zustande, durch Dünger wird es genährt und gerade 'Dungfeuer' kommt da zustande, durch Spreu wird es genährt und gerade 'Spreufeuer' kommt da zustande, durch Kehricht wird es genährt und gerade 'Kehrichtfeuer' kommt da zustande: ebenso nun auch, ihr Mönche, kommt Bewußtsein, aus was für einem Grund es entsteht, gerade durch diesen und nur durch diesen zustande.
Durch das Gesicht und die Formen entsteht Bewußtsein: gerade 'Sehbewußtsein' kommt da zustande.
Durch das Gehör und die Töne entsteht Bewußtsein: gerade 'Hörbewußtsein' kommt da zustande.
Durch den Geruch und die Düfte entsteht Bewußtsein: gerade 'Riechbewußtsein' kommt da zustande.
Durch den Geschmack und die Säfte entsteht Bewußtsein: gerade 'Schmeckbewußtsein' kommt da zustande.
Durch das Getast und die Tastungen entsteht Bewußtsein: gerade 'Tastbewußtsein' kommt da zustande.
Durch das Gedenken und die Dinge entsteht Bewußtsein: gerade 'Denkbewußtsein' kommt da zustande.
"'Entstanden ist dieses': begreift ihr das, Mönche?"
"Ja, o Herr!"
"'Durch solche Nahrung gebildet': begreift ihr das, Mönche?"
"Ja, o Herr!"
"'Durch die Auflösung solcher Nahrung ist, was entstanden, dem Gesetze der Auflösung verfallen': begreift ihr das, Mönche?"

-52-

"Freilich, o Herr!"
"'Vielleicht ist dieses nicht entstanden': wer also schwankt, ihr Mönche, beginnt zu zweifeln."
"Gewiß, o Herr!"
"'Vielleicht nicht durch solche Nahrung gebildet': wer also schwankt, ihr Mönche, beginnt zu zweifeln."
"Gewiß, o Herr!"
'Vielleicht ist durch die Auflösung solcher Nahrung, was entstanden, dem Gesetze der Auflösung doch nicht verfallen': wer also schwankt, ihr Mönche, beginnt zu zweifeln."
"Gewiß, o Herr!"

'Entstanden ist dieses': wenn man das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit begreift, schwindet dann jeder Zweifel?"
"Freilich, o Herr!"
"'Durch solche Nahrung gebildet': wenn man das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit begreift, schwindet dann jeder Zweifel?"
"Freilich, o Herr!"
"'Durch die Auflösung solcher Nahrung ist, was entstanden, dem Gesetze der Auflösung verfallen': wenn man das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit begreift, schwindet dann jeder Zweifel?"
"Freilich, o Herr!"
"'Entstanden ist dieses': hegt ihr hierüber, ihr Mönche, den leisesten Zweifel?"
"Nein, o Herr!"
"'Durch solche Nahrung gebildet': hegt ihr hierüber, ihr Mönche, den leisesten Zweifel?"
"Nein, o Herr!"
"'Durch die Auflösung solcher Nahrung ist, was entstanden, dem Gesetze der Auflösung verfallen': hegt ihr hierüber, ihr Mönche, den leisesten Zweifel?"
"Nein, o Herr!"

-53-

"'Entstanden ist dieses': habt ihr das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit klar erkannt?"
"Ja, o Herr!"
"'Durch solche Nahrung gebildet': habt ihr das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit klar erkannt?"
"Ja, o Herr!"
"'Durch die Auflösung solcher Nahrung ist, was entstanden, dem Gesetze der Auflösung verfallen': habt ihr das, ihr Mönche, der Wahrheit gemäß, mit vollkommener Weisheit klar erkannt?"
"Ja, o Herr!"
"Wenn ihr euch nun, ihr Mönche, an diese Erkenntnis, die also geläuterte, also geklärte, anklammern, an ihr erheitern, sie liebgewinnen und als eigen schätzen wolltet: würdet ihr da wohl, ihr Mönche, die verkündete Lehre wie ein Floß betrachten, zum Entrinnen tauglich, nicht zum Festhalten?"
"Gewiß nicht, o Herr!"
"Wenn ihr euch aber, ihr Mönche, an diese Erkenntnis, die also geläuterte, also geklärte, nicht anklammern, nicht an ihr erheitern, sie nicht liebgewinnen, nicht als eigen schätzen wolltet: würdet ihr da wohl, ihr Mönche, die verkündete Lehre wie ein Floß betrachten, zum Entrinnen tauglich, nicht zum Festhalten?"
"Gewiß, o Herr!"
"Vier Arten der Nahrung, ihr Mönche, sind für die Wesen vorhanden, den entstandenen zur Erhaltung, den entstehenden zur Entwickelung; welche vier?
Körperbildende Nahrung, grob oder fein,
zweitens Berührung,
drittens geistiges Innewerden,
viertens Bewußtsein.
Und wo, ihr Mönche, wurzeln diese vier Arten der Nahrung, woraus entspringen sie, woraus entstehen sie, woraus erwachsen sie?
Diese vier Arten der Nahrung wurzeln im Durst, entspringen aus dem Durst, entstehen aus dem Durst, erwachsen aus dem Durst.

-54-

Und wo, ihr Mönche, wurzelt dieser Durst, woraus entspringt er, woraus entsteht er, woraus erwächst er?
Der Durst wurzelt im Gefühl, entspringt aus dem Gefühl, entsteht aus dem Gefühl, erwächst aus dem Gefühl.
Und wo, ihr Mönche, wurzelt dieses Gefühl, woraus entspringt es, woraus entsteht es, woraus erwächst es?
Das Gefühl wurzelt in der Berührung, entspringt aus der Berührung, entsteht aus der Berührung, erwächst aus der Berührung.
Und wo, ihr Mönche, wurzelt diese Berührung, woraus entspringt sie, woraus entsteht sie, woraus erwächst sie?
Die Berührung wurzelt im sechsfachen Reich (sehen, hören, riechen, schmecken, tasten, denken), entspringt aus dem sechsfachen Reich, entsteht aus dem sechsfachen Reich, erwächst aus dem sechsfachen Reich.
Und wo, ihr Mönche, wurzelt dieses sechsfache Reich, woraus entspringt es, woraus entsteht es, woraus erwächst es?
Das sechsfache Reich wurzelt in Geistigem und Körperlichem, entspringt aus Geistigem und Körperlichem, entsteht aus Geistigem und Körperlichem, erwächst aus Geistigem und Körperlichem.
Und wo, ihr Mönche, wurzelt dies Geistige und Körperliche, woraus entspringt es, woraus entsteht es, woraus erwächst es?
Geistiges und Körperliches wurzelt im Bewußtsein, entspringt aus dem Bewußtsein, entsteht aus dem Bewußtsein, erwächst aus dem Bewußtsein.
Und wo, ihr Mönche, wurzelt dieses Bewußtsein, woraus entspringt es, woraus entsteht es, woraus erwächst es?
Das Bewußtsein wurzelt in den Karmaformation, entspringt aus den Karmaformation, entsteht aus den Karmaformation, erwächst aus den Karmaformation.
Und wo, ihr Mönche, wurzeln diese Karmaformation, woraus entspringen sie, woraus entstehen sie, woraus erwachsen sie?
Die Karmaformation wurzeln im Unwissen, entspringen aus dem Unwissen, entstehen aus dem Unwissen, erwachsen aus dem Unwissen.

-55-

So sind denn, ihr Mönche,
durch Unwissen bedingt Karmaformation,
ist durch Karmaformation bedingt Bewußtsein,
durch Bewußtsein bedingt Geistigkeit und Körperlichkeit,
durch Geistiges und Körperliches bedingt sechsfaches Reich,
durch sechsfaches Reich bedingt Berührung,
durch Berührung bedingt Gefühl,
durch Gefühl bedingt Durst,
durch Durst bedingt Anhangen,
durch Anhangen bedingt Werden,
durch Werden bedingt Geburt,
durch Geburt bedingt gehen Alter und Tod, Schmerz und Jammer, Leiden, Trübsal, Verzweiflung hervor:
also kommt dieses gesamten Leidensstückes Entwicklung zustande.
"'Durch Geburt bedingt ist Alter und Tod', das ist da wohl gesagt worden; sind wir nun, ihr Mönche, durch Geburt dem Alter und Tod verfallen, oder wie verhält es sich hiermit?"
"Durch Geburt, o Herr, bedingt ist Alter und Tod: so verhält es sich mit uns. Durch Geburt bedingt ist Alter und Tod."
"'Durch Werden bedingt ist Geburt', das ist da wohl gesagt worden; sind wir nun, ihr Mönche, durch Werden der Geburt verfallen, oder wie verhält es sich hiermit?"
"Durch Werden, o Herr, bedingt ist Geburt: so verhält es sich mit uns. Durch Werden bedingt ist Geburt."
"'Durch Anhangen bedingt ist Werden', das ist da wohl gesagt worden; sind wir nun, ihr Mönche, durch Anhangen dem Werden verfallen, oder wie verhält es sich hiermit?"
"Durch Anhangen, o Herr, bedingt ist Werden: so verhält es sich mit uns. Durch Anhangen bedingt ist Werden."
"'Durch Durst bedingt ist Anhangen', das ist da wohl gesagt worden; sind wir nun, ihr Mönche, durch Durst dem Anhangen verfallen, oder wie verhält es sich hiermit?"