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'Ich werde sein' ist ein Dünken, 
'Ich werde nicht sein' ist ein Dünken; 
'Formhaft werde ich sein' ist ein Dünken, 
'Formlos werde ich sein' ist ein Dünken; 
'Bewußt werde ich sein' ist ein Dünken, 
'Unbewußt werde ich sein' ist ein Dünken, 
'Weder bewußt noch unbewußt werde ich sein' ist ein Dünken. 
Dünken, Mönch, ist krank sein, Dünken ist wund sein, Dünken ist weh sein: ist aber alles Dünken, Mönch, überstanden, so wird man 'Stiller Denker' genannt. Und der Denker nun, Mönch, der stille, entsteht nicht, vergeht nicht, erstirbt nicht, erbebt nicht, verlangt nicht. 
Das eben, Mönch, gibt's nicht bei ihm, daß er entstände; 
weil er nicht entsteht, wie sollt' er vergehn? 
weil er nicht vergeht, wie sollt' er ersterben? 
weil er nicht erstirbt, wie sollt' er erbeben? 
weil er nicht erbebt, wonach sollt' er verlangen? - 
'Auf daß ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: kann aber kein dünkendes Wähnen ankommen, wird er der 'Stille Denker' genannt': wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
"Das magst du nun, Mönch, als kurz von mir umrissene Abzeichen sechsfacher Artung betrachten."
Da wußte ja der ehrwürdige Pukkusati: 'Der Meister, wahrlich, hat mich besucht, der Willkommene, wahrlich, hat mich besucht, der vollkommen Erwachte, wahrlich, hat mich besucht'; und er stand auf, entblößte die eine Schulter, fiel dem Erhabenen zu Füßen und sprach also:
"Möchte mir, o Herr, der Erhabene selbst die Ordensweihe erteilen!"
"Hast du denn, Mönch, Mantel und Almosenschale schon erhalten?"
"Noch nicht erhalten, o Herr, hab' ich Mantel und Almosenschale."

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"Nicht mögen, o Mönch, Vollendete ohne Mantel und Almosenschale die Ordensweihe erteilen."
Und der ehrwürdige Pukkusati, durch des Erhabenen Rede erfreut und befriedigt, stand auf, begrüßte den Erhabenen ehrerbietig, ging rechts herum und zog von dannen, Mantel und Almosenschale sich zu verschaffen.
Wie nun der ehrwürdige Pukkusati nach Mantel und Almosenschale umherzog, wurde er durch eine Kuh des Lebens beraubt.
Da begaben sich denn viele Mönche zum Erhabenen hin, begrüßten den Erhabenen ehrerbietig und setzten sich seitwärts nieder. Seitwärts sitzend sprachen nun die Mönche zum Erhabenen also:
"Der da, o Herr,Pukkusati hieß, der edle Sohn, den der Erhabene in kurzer Aufklärung aufgeklärt hatte, der ist gestorben. Wo ist er jetzt, was ist aus ihm geworden?"
"Weise, ihr Mönche, ist Pukkusati der edle Sohn gewesen, nachgefolgt ist er der Lehre gelehrig, und nicht hat er an meiner Belehrung Anstoß genommen. Pukkusati, ihr Mönche, der edle Sohn, ist nach Vernichtung der fünf niederzerrenden Fesseln emporgestiegen, um von dort aus zu erlöschen, nicht mehr zurückzukehren nach jener Welt."
Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.
(*1) Der Aufenthalt bei Hafnern, deren Handwerk ja frei von Tadel ist, wird von Asketen bevorzugt.

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Majjhima Nikaya, Mittlere Sammlung
M. 109. (XI,9) Mahāpunnama Sutta.

DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit weilte der Erhabene bei Sāvatthī, im Osthaine, auf Mutter Migaros Terrasse.
Um diese Zeit nun hatte der Erhabene - es war ein Feiertag, im halben Monat, in der voll aufgegangenen Mondnacht - inmitten der Mönchgemeinde unter freiem Himmel Platz genommen.
Da stand nun einer der Mönche auf, schlug den Mantel um die eine Schulter, verneigte sich ehrerbietig vor dem Erhabenen und sprach also:
"Darf ich, o Herr, den Erhabenen über irgend etwas befragen, wenn mir der Erhabene der Frage Beantwortung gewähren will?"
"Wohlan denn, o Mönch, setze dich auf deinen Platz und frage nach Belieben."
Und jener Mönch setzte sich auf seinen Platz und sprach also zum Erhabenen:
"Sind das, o Herr, die fünf Daseinsgruppen (khanda), als da ist 
Anhaften an der Form, 
Anhaften am Gefühl, 
Anhaften an der Wahrnehmung, 
Anhaften an den Geistobjekten, 
Anhaften am Bewußtsein?"
"Das sind, Mönch, die fünf Daseinsgruppen."
"Gut, o Herr!" sagte da jener Mönch, erfreut und befriedigt durch des Erhabenen Rede, und stellte nun eine fernere Frage:
"Und diese fünf Daseinsgruppen, o Herr, wo wurzeln die?"
"Diese fünf Daseinsgruppen, Mönch, wurzeln im Willen."
"Ist nun, o Herr, Anhaften und die fünf Daseinsgruppen ein und dasselbe, oder gibt es ein Anhaften außer den fünf Daseinsgruppen?"

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"Nicht ist, Mönch, Anhaften und die fünf Daseinsgruppen ein und dasselbe, doch gibt es kein Anhaften außer den fünf Daseinsgruppen: was da, Mönch, bei den fünf Daseinsgruppen Willensreiz ist, das ist dabei Anhaften."
"Und kann, o Herr, bei den fünf Daseinsgruppen eine Verschiedenheit des Willensreizes bestehn?"
"Kann sein, Mönch", sagte der Erhabene. "Da hat einer, Mönch, den Wunsch: 
'So sei meine künftige Form, 
so sei mein künftiges Gefühl, 
so sei meine künftige Wahrnehmung, 
so sei mein künftiges Geistobjekt, 
so sei mein künftiges Bewußtsein.' 
So kann, Mönch, bei den fünf Daseinsgruppen eine Verschiedenheit des Willensreizes bestehn."
"Inwiefern aber, o Herr, kommt den Stücken die Bezeichnung Stücke zu?"
"Was es auch, Mönch, an Form gibt, vergangene, zukünftige, gegenwärtige, eigene oder fremde, grobe oder feine, gemeine oder edle, ferne oder nahe, ist ein Stück Form; 
was es auch an Gefühl gibt, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes, ist ein Stück Gefühl; 
was es auch an Wahrnehmung gibt, vergangene, zukünftige, gegenwärtige, eigene oder fremde, grobe oder feine, gemeine oder edle, ferne oder nahe, ist ein Stück Wahrnehmung; 
was es auch an Geistobjekten gibt, vergangene, zukünftige, gegenwärtige, eigene oder fremde, grobe oder feine, gemeine oder edle, ferne oder nahe, ist ein Stück Geistobjekt; 
was es auch an Bewußtsein gibt, vergangenes, zukünftiges, gegenwärtiges, eigenes oder fremdes, grobes oder feines, gemeines oder edles, fernes oder nahes, ist ein Stück Bewußtsein. Insofern, Mönch, kommt den Stücken die Bezeichnung Stücke zu."
"Was ist nun, o Herr, der Anlaß, was ist der Grund, daß eine Form erscheinen kann, was ist der Anlaß, was ist der Grund, daß ein Gefühl erscheinen kann, was ist der Anlaß, was ist der Grund, daß eine Wahrnehmung erscheinen kann, was ist der Anlaß, was ist der Grund, daß ein Geistobjekt erscheinen kann, was ist der Anlaß, was ist der Grund, daß ein Bewußtsein erscheinen kann?"

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"Die vier Hauptstoffe, Mönch, sind der Anlaß, die vier Hauptstoffe sind der Grund, daß eine Form erscheinen kann, 
Berührung ist der Anlaß, Berührung ist der Grund, daß ein Gefühl erscheinen kann, 
Berührung ist der Anlaß, Berührung ist der Grund, daß eine Wahrnehmung erscheinen kann, 
Berührung ist der Anlaß, Berührung ist der Grund, daß ein Geistobjekt erscheinen kann, 
Geistigkeit und Körperlichkeit ist, Mönch, der Anlaß, Geistigkeit und Körperlichkeit ist der Grund, daß ein Bewußtsein erscheinen kann."
"Wie aber kann, o Herr, der Glaube an Persönlichkeit aufkommen?"
"Da hat einer, Mönch, nichts erfahren, ist ein gewöhnlicher Mensch, ohne Sinn für das Heilige, der heiligen Lehre unkundig, der heiligen Lehre unzugänglich, ohne Sinn für das Edle, der Lehre der Edlen unkundig, der Lehre der Edlen unzugänglich und betrachtet die Form als sich selbst, oder sich selbst als formähnlich, oder in sich selbst die Form, oder in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Geistobjekte, das Bewußtsein als sich selbst, oder sich selbst als diesen ähnlich, oder in sich selbst diese, oder in diesen sich selbst. So kann, Mönch, der Glaube an Persönlichkeit aufkommen."
"Und wie kann, o Herr, der Glaube an Persönlichkeit nicht aufkommen?"
"Da hat einer, Mönch, als erfahrener heiliger Jünger das Heilige gemerkt, ist der heiligen Lehre kundig, der heiligen Lehre wohlzugänglich, hat das Edle gemerkt, ist der Lehre der Edlen kundig, der Lehre der Edlen wohlzugänglich und betrachtet die Form nicht als sich selbst, noch sich selbst als formähnlich, noch in sich selbst die Form, noch in der Form sich selbst; er betrachtet das Gefühl, die Wahrnehmung, die Geistobjekte, das Bewußtsein nicht als sich selbst, noch sich selbst als diesen ähnlich, noch in sich selbst diese, noch in diesen sich selbst. So kann, Mönch, der Glaube an Persönlichkeit nicht aufkommen."
"Was ist nun, o Herr, bei der Form Labsal, was Elend, und was Überwindung? Was ist beim Gefühl, bei der Wahrnehmung, bei den Geistobjekten, beim Bewußtsein Labsal, was Elend, und was Überwindung?"
"Was da, Mönch, Wohl und Erwünschtes der Form gemäß geht, ist bei der Form Labsal; was als Form vergänglich ist, wehe, wandelbar, ist bei der Form Elend; was bei der Form Verneinung des Willensreizes ist, Verleugnung des Willensreizes, ist bei der Form Überwindung. 
Was da, Mönch, Wohl und Erwünschtes dem Gefühle, der Wahrnehmung, den Geistobjekten, dem Bewußtsein gemäß geht, ist dabei Labsal; was als Gefühl, als Wahrnehmung: als Unterscheidung, als Bewußtsein vergänglich ist, wehe, wandelbar, ist dabei Elend; was beim Gefühle, bei der Wahrnehmung, bei den Unterscheidungen, beim Bewußtsein Verneinung des Willensreizes ist, Verleugnung des Willensreizes, ist dabei Überwindung."