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'Diese lieben Wesen sind freilich in Taten dem Schlechten zugetan, in Worten dem Schlechten zugetan, in Gedanken dem Schlechten zugetan, tadeln Heiliges, achten Verkehrtes, tun Verkehrtes; bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf den Abweg, auf schlechte Fährte, zur Tiefe hinab, in untere Welt. Jene lieben Wesen sind aber in Taten dem Guten zugetan, in Worten dem Guten zugetan, in Gedanken dem Guten zugetan, tadeln nicht Heiliges, achten Rechtes, tun Rechtes; bei der Auflösung des Leibes, nach dem Tode, gelangen sie auf gute Fährte, in selige Welt.' So sah ich mit dem himmlischen Auge, dem geläuterten, über menschliche Grenzen hinausreichenden, die Wesen dahinschwinden und wiedererscheinen, gemeine und edle, schöne und unschöne, glückliche und unglückliche, ich erkannte wie die Wesen je nach den Taten wiederkehren. Dieses Wissen, ihr Mönche, hatte ich da in den mittleren Stunden der Nacht als zweites errungen, das Nichtwissen zerteilt, das Wissen gewonnen, das Dunkel zerteilt, das Licht gewonnen, als ich in so ernstem, eifrigem, heißem Mühn verweilte.
"Solchen Gemütes, innig, geläutert, gesäubert, gediegen, schlackengeklärt, geschmeidig, biegsam, fest, unversehrbar, richtete ich das Gemüt auf die Erkenntnis der Wahnversiegung. 
'Das ist das Leiden' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist die Leidensentwicklung' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist die Leidensauflösung' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist der zur Leidensauflösung führende Pfad' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist der Wahn' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist die Wahnentwicklung' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist die Wahnauflösung' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
'Das ist der zur Wahnauflösung führende Pfad' verstand ich der Wahrheit gemäß. 
  Also erkennend, also sehend ward da mein Gemüt erlöst vom Wunscheswahn, erlöst vom Daseinswahn, erlöst vom Nichtwissenswahn. 'Im Erlösten ist die Erlösung', diese Erkenntnis ging auf. 'Versiegt ist die Geburt, vollendet das Asketentum, gewirkt das Werk, nicht mehr ist diese Welt' verstand ich da. Dieses Wissen, ihr Mönche, hatte ich nun in den letzten Stunden der Nacht als drittes errungen, das Nichtwissen zerteilt, das Wissen gewonnen, das Dunkel zerteilt, das Licht gewonnen, als ich in so ernstem, eifrigem, heißem Mühn verweilte.
"Gleichwie etwa, ihr Mönche, wenn eine große Herde Wildes in waldigem Tale auf weiten sumpfigen Moorgrund geraten wäre, und irgendein Mensch wollte ihr übel, sinne auf ihr Verderben und Unheil; da versperrte er den Weg, der sicher, günstig, fröhlich zu wandeln ist, und ließe den Abweg offen, der zum Sumpfe führt, triebe sie hin: so würde nun, Mönche, diese große Herde Wildes bald schwinden und abnehmen.

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Doch wenn sich, ihr Mönche, irgendein Mensch dieser großen Herde Wildes erbarmte, auf ihr Wohl und Heil sinne, möchte er den Weg, der sicher, günstig, fröhlich zu wandeln ist, offenbar machen, den Abweg versperren, die sumpfige Fährte verrammeln, die Tiere von dort verscheuchen: so würde nun, Mönche, diese große Herde Wildes bald zunehmen, blühen und gedeihen.
"Ein Gleichnis habe ich da, meine Mönche, gegeben, um den Sinn zu erklären. Das aber ist nun der Sinn. 
Der weite sumpfige Moorgrund: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der Begierden. 
Die große Herde Wildes: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der Lebendigen. 
Der Mensch, der übel will, auf Verderben und Unheil sinnt: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der Natur, der bösen. 
Der Abweg: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung des achtfältigen falschen Weges, nämlich falscher Erkenntnis, falscher Gesinnung, falscher Rede, falschen Handelns, falschen Wandelns, falschen Mühens, falscher Achtsamkeit, falscher Einigung. 
Die sumpfige Fährte: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung der Genügenslust. 
Der Gang in den Sumpf: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung des Nichtwissens. 
Der Mensch aber, der sich erbarmt, auf Wohl und Heil sinnt: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung des Vollendeten, des Heiligen, vollkommen Erwachten. 
Und der sichere Weg, der günstig und fröhlich zu wandeln ist: das ist, ihr Mönche, eine Bezeichnung des heiligen achtfältigen Weges, nämlich rechter Erkenntnis, rechter Gesinnung, rechter Rede, rechten Handelns, rechten Wandelns, rechten Mühens, rechter Achtsamkeit, rechter Einigung.
"Und so habe ich, Mönche, den sicheren Weg, der günstig und fröhlich zu wandeln ist, offenbar gemacht, den Abweg versperrt, die sumpfige Fährte verrammelt, den Gang in den Sumpf verleidet. Was ein Meister, ihr Mönche, den Jüngern aus Liebe und Teilnahme, von Mitleid bewogen, schuldet, das habt ihr von mir empfangen. Da laden, ihr Mönche, Bäume ein, und dort leere Klausen. Wirket Schauung, Mönche, auf daß ihr nicht lässig werdet, später nicht Reue empfindet: das haltet als unser Gebot."
"Also sprach der Erhabene. Zufrieden freuten sich jene Mönche über das Wort des Erhabenen.

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Majjhima Nikaya, Mittlere Sammlung
M. 140. Unterscheidung der Elemente - Dhātuvibhanga Sutta.
DAS HAB' ICH GEHÖRT. Zu einer Zeit wanderte der Erhabene im Lande Magadha von Ort zu Ort weiter und kam nach Rajagaham, begab sich zu Bhaggavo (*1) dem Hafner, sprach Bhaggavo den Hafner also an:
"Wenn es dir, Bhaggaver, nicht ungelegen ist, bleiben wir über Nacht im Vorsaale."
"Es ist mir, o Herr, nicht ungelegen; doch ist ein Pilger da, der schon sein Lager hier aufgeschlagen hat: wenn es dem recht ist, mögt ihr bleiben, o Herr, nach Belieben."
Um diese Zeit nun war ein edler Sohn, Pukkusati mit Namen, um des Erhabenen willen, von Zutrauen bewogen, aus dem Hause in die Hauslosigkeit gezogen. Der hatte im Vorsaale bei jenem Hafner sein Lager schon aufgeschlagen. Da schritt nun der Erhabene an den ehrwürdigen Pukkusati heran und sprach also zu ihm:
"Wenn es dir, Mönch, nicht ungelegen ist, bleiben wir über Nacht im Vorsaale."
"Geräumig, Bruder, ist der Vorsaal des Hafners: bleibe der Ehrwürdige nach Belieben."
Da trat nun der Erhabene in den Vorsaal des Hafners ein, spreitete an der einen Wand die Strohmatte auf und setzte sich nieder, die Beine verschränkt, den Körper gerade aufgerichtet, der Pflege der Achtsamkeit oblegen. Und der Erhabene brachte einen großen Teil der Nacht im Sitzen zu. Und auch der ehrwürdige Pukkusati brachte einen großen Teil der Nacht im Sitzen zu. Da gedachte denn der Erhabene bei sich: 'Ob wohl dieser edle Sohn fröhlich beflissen ist? Wie, wenn ich ihn nun fragte?' Und der Erhabene wandte sich also an den ehrwürdigen Pukkusati:
"Um wessen willen, o Mönch, bist du hinausgezogen? Wer ist wohl dein Meister? Oder zu wessen Lehre bekennst du dich?"
"Es ist, o Bruder, der Asket Gotamo, der Sakyersohn, der dem Erbe der Sakyer entsagt hat! Diesen Herrn Gotamo aber begrüßt man allenthalben mit dem frohen Ruhmesrufe, so zwar: 'Das ist der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte, der Wissens- und Wandelsbewährte, der Willkommene, der Welt Kenner, der unvergleichliche Leiter der Männerherde, der Meister der Götter und Menschen, der Erwachte, der Erhabene.' Um des Erhabenen willen bin ich hinausgezogen, Er, der Erhabene ist mein Meister, und zu seiner, zu des Erhabenen Lehre bekenne ich mich."
"Wo aber, Mönch, weilt Er jetzt, der Erhabene, der Heilige, vollkommen Erwachte?"
"Es ist, o Bruder, oben im nördlichen Reiche eine Stadt gelegen, die Sāvatthī heißt: dort hat Er, der Erhabene gegenwärtig seinen Aufenthalt, der Heilige, vollkommen Erwachte."
"Hast du aber, Mönch, Ihn, den Erhabenen schon einmal gesehn, und würdest du ihn, wenn du ihn sähest, erkennen?"

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"Nein, Bruder, ich habe Ihn, den Erhabenen noch nicht gesehn, und sähe ich ihn, würd' ich ihn nicht erkennen."
Da gedachte denn der Erhabene bei sich: 'Um meinetwillen ist dieser edle Sohn hinausgezogen; wie, wenn ich ihm nun die Lehre darlegte?' Und der Erhabene wandte sich an den ehrwürdigen Pukkusati und sprach:
"Die Lehre will ich dir, Mönch, darlegen: höre sie und achte wohl auf meine Rede."
"Gern, Bruder!" sagte da zustimmend der ehrwürdige Pukkusati dem Erhabenen. Der Erhabene sprach also:
"Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich, 
sechsfache Berührung, 
achtzehn geistige Angehungen, 
vier Belehnungen; 
Weisheit soll er nicht preisgeben, 
Wahrheit bewahren, 
Entsagung vollziehn, 
den Frieden eben zu finden suchen; auf daß ihn wo er steht kein dünkendes Wähnen ankommen kann: 
kann aber kein dünkendes Wähnen ankommen, wird er der 'Stille Denker' genannt. 
Das ist der Stempel der Abzeichen sechsfacher Artung.
"'Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich': das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? Sechs gibt es, Mönch, der Elemente (dhatu): 
Erd-Element, 
Wasser-Element, 
Feuer-Element, 
Luft-Element, 
Raum-Element, 
Bewußtseins-Element. 

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'Sechsfache Artung, Mönch, hat der Mensch an sich': wurde das gesagt, so war es darum gesagt'.
'Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich': das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? 
Auge ist Berührung, 
Gehör ist Berührung, 
Geruch ist Berührung, 
Geschmack ist Berührung, 
Getast ist Berührung, 
Gedenken ist Berührung. 
'Sechsfache Berührung, Mönch, hat der Mensch an sich': wurde das gesagt, so war es darum gesagt."
'Achtzehn geistige Angehungen , Mönch, hat der Mensch an sich': das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? 
Hat man mit dem Auge eine Form erblickt, so geht man die erfreulich bestehende Form an, geht die unerfreulich bestehende Form an, geht die gleichgültig bestehende Form an. 
Hat man mit dem Gehöre einen Ton gehört, 
hat man mit dem Geruche einen Duft gerochen, 
hat man mit dem Geschmacke einen Saft geschmeckt, hat man mit dem Getaste eine Tastung getastet, 
hat man mit dem Gedenken ein Ding erkannt, so geht man das erfreulich bestehende Ding an, geht das unerfreulich bestehend Ding an, geht das gleichgültig bestehende Ding an. 
So gibt es sechs erfreuliche Angehungen, sechs unerfreuliche Angehungen, sechs gleichgültige Angehungen. 'Achtzehn geistige Angehungen, Mönch, hat der Mensch an sich': wurde das gesagt, so war es darum gesagt.
"'Vier Belehnungen, Mönch, hat der Mensch an sich': das ist gesagt worden; und warum ist das gesagt worden? 
Um die Belehnung mit Weisheit, 
die Belehnung mit Wahrheit.